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NAMIBIA 2019

CAPRIVI – oder Wo ist das Wasser?


Juni 2018

Kaum zurück, von unserer ersten Namibia-Erfahrung 
(Namibia 2018), begannen wir mit der Planung für das nächste Jahr. Anfang Juni reservierten wir ein 4x4 Fahrzeug mit Dachzelt bei Safari Car Rental. Der Kontakt zur Vermietung war überaus freundlich und es wurde jederzeit, schnell und unkompliziert auf unsere Wünsche eingegangen. Mit einer Anzahlung und einem anständigen Frühbucherrabatt war das Wunschfahrzeug schon mal gesichert.

Wir starteten in die grobe Routenplanung. Unsere Ziele waren auch dieses Mal wieder möglichst kurze Fahrtstrecken, hier und da zwei Nächte am selben Ort zu verbringen, durch den Caprivi-Streifen hin zu den Viktoriafällen zu reisen und den Rückweg durch das Okavango-Delta zu nehmen.

Juli 2018

Es stellte sich eine erste Ernüchterung ein. Die Camps, die im Okavango Delta auf der möglichen Route lagen, waren überzogen teuer dafür, dass wir nur „Camping“ machen wollten. Eine Route durch Botswana außerhalb des Deltas hätte aber lange Fahrtstrecken bedeutet und so richtig überzeugt waren wir von diesem Gedanken dann doch nicht. Somit war der Plan, bis zu den Viktoriafällen zu fahren und dann einfach durch den Caprivi wieder zurück.

Nun wurden die einzelnen Camps angefragt oder direkt gebucht. Bis auf zwei kleine Änderungen bezüglich der Unterkunft stand die Route, am Ende des Monats Juli, fest.

Windhoek – Waterberg – Caprivi – Chobe/Botswana – Viktoriafälle/Simbabwe – Caprivi – Etosha – Windhoek

August 2018

Nach langer Beobachtung der Flugpreise schien die richtige Zeit gekommen. Ende August buchten wir unsere Flüge. Den Hinflug bekamen wir direkt bei Condor, den Rückflug über Air Namibia am günstigsten. Alles zusammen war der Gesamtpreis mit 640 Euro pro Person das beste Angebot, was wir zu diesem Zeitpunkt finden konnten.

Flug:

11.März 2019 SW286 Air Namibia Frankfurt/Main - Windhoek

02. April 2019 SW285 Air Namibia Windhoek – Frankfurt/Main

September – Dezember 2018

Warten … warten … warten

… und die Zugtickets gebucht. Wir gönnten uns erneut die 1. Klasse und hatten somit einen weiteren Punkt auf der to-do-Liste abgehakt.

Januar 2019

Verunsicherung machte sich breit. Die einzelne Übernachtung an den Viktoriafällen wurde nochmals gründlich überdacht, da es zu dieser Zeit in Simbabwe vermehrt zu Unruhen und Generalstreiks kam, die wirtschaftliche Lage unvorhersehbar war und wir die wenige Zeit nicht unnötig an Polizei- oder Grenzkontrollen verbringen wollten. Wir änderten unsere Pläne ab, die Viktoriafälle müssen noch warten. Die Stornierung des Hotels an den Wasserfällen und eine Verlängerungsnacht am Chobe-NP sind schnell und problemlos erledigt und die endgültige Route stand nun fest.

Nebenbei konnten wir dadurch noch ordentlich die Urlaubskasse schonen (mit einem kleinen Rundflug, allen Visas, Gebühren und Eintrittsgeldern sowie dem Hotel sprechen wir von ca. 600 €) und waren uns sicher, dass sich damit viele, viele andere Aktivitäten auf unserer Route finanzieren ließen.

Windhoek – Waterberg – Caprivi – Chobe/Botswana – Viktoriafälle/Simbabwe – Caprivi – Etosha – Windhoek

Die Route und weitere Infos bekommt ihr >>HIER<<

Februar 2019

Der Reisetermin rückte nun deutlich näher und letzte wichtige Vorbereitungen wurden erledigt. Was folgte, waren lange drei Wochen des Wartens.

In der Klein Windhoek Schlachterei gaben wir unsere Bestellung übers Internet auf und würden diese („Was für ein Service!“) direkt an die Autovermietung geliefert bekommen. Die kulinarische Vorfreude auf 3,5 Kilo leckeres Grillgut von Springbock, Oryx, Eland und Co. stieg von Tag zu Tag.

Der letzte Check und einige Testläufe unserer Fototechnik waren auch abgeschlossen und eigentlich konnte es jederzeit losgehen. Aber erstmal musste noch etwas gearbeitet und ganz wichtig, die Taschen gepackt werden. Letzteres sollte sich (wie bisher immer) bis zur letzten Minute hinziehen.

März 2019

Geht’s jetzt endlich los?

10. März 2019

Letzte Vorbereitungen, aber hauptsächlich Taschen packen.

11. März Leipzig – Frankfurt/M. – Windhoek

Nun aber!

Der Tag war gekommen und alles, also das Gepäck, die Fotoausrüstung und sogar wir selbst, waren bereit. Die Bahn, ja „die“ Deutsche Bahn war pünktlich und da wir wieder die gleichen Plätze im gleichen Abteil wie beim letzten Mal reserviert hatten, wussten wir genau, wo wir stressfrei einsteigen konnten.

Im Gegensatz zu 2018 waren wir heute mit einem späteren Zug angereist, sodass wir nicht so immens viel Zeit bis zum Abflug überbrücken mussten. Nicht nehmen lassen wollten wir uns aber einen Wiederholungsbesuch in der Asia-Snack-Box, direkt vorm Terminal 2. Mit einer gewissen Routine wurde danach eingecheckt, die letzten Wartezeiten abgewartet und mehr als pünktlich hoben wir erwartungsvoll ab, in Richtung Namibia.

Die Versorgung an Bord der Air Namibia-Maschine war wie gewohnt gut und witziger Weise funktionierten die gleichen Monitore an den Sitzen nicht, an denen sie bereits vor knapp einem Jahr nicht funktionierten. Sogar darauf war also Verlass.

12. März Windhoek – Gästefarm Düsternbrook

Pünktlich, kurz vor Sonnenaufgang, landeten wir in Windhoek. Die Einreiseformalitäten waren zügig erledigt, das Gepäck kurz darauf in unseren Händen, ebenso wie frisches Bargeld und die einheimische SIM-Karte. 
„The same procedure as last year“ sozusagen und dies im absolut positiven Sinne.

Am Ausgang wurden wir freundlich von einem Mitarbeiter der Autovermietung empfangen, der uns per Shuttle direkt zur Mietstation brachte.

Gegen 7:45 Uhr verließen wir das Flughafengelände und bereits während der Fahrt begegneten uns die ersten wilden Tiere. Kuhantilopen, Warzenschweine, Paviane und in der Ferne, die ersten Giraffen. Für eine knappe halbe Stunde keine schlechte Ausbeute.

Noch etwas geprägt von unserer Erfahrung mit Britz im letzten Jahr, waren wir von der zügigen und unmittelbaren Abwicklung der Formalitäten und der Übergabe des Fahrzeuges fast schon überwältigt. So kann es also auch gehen. Der gemietete Hilux Expedition stand schon bei unserer Ankunft bereit und war mit 9505 km auf der Uhr quasi neu und gerade eingefahren. 

Gegen 9:30 Uhr, das sind rund 3 Stunden früher als bei Britz 2018, rollten wir bei der Autovermietung in Richtung Windhoek vom Hof, um zunächst im Superspar der Maruera Mall alle Dinge zu besorgen, die vorher auf unserem Einkaufszettel Platz gefunden hatten. Eine gute Stunde und zwei volle Einkaufswagen später starteten wir nun endlich in unser Abenteuer, Richtung Norden.

Erst gab es ein Stück Schnellstraße zu bewältigen, doch direkt nach dem Abzweig Düsternbrook zeigten sich wieder reichlich wilde Tiere. Darunter ein Oryx, Zebra mit Jungtier, fünf Giraffen direkt am Wegesrand und natürlich Warzenschweine.

Wir waren dann doch irgendwann froh, die Campsite erreicht zu haben. Die lange Anreise und die, durch die daheim herrschenden, frischen Temperaturen, ungewohnte Hitze ließen uns doch ziemlich durchhängen. Der Camper wurde noch etwas her- und eingerichtet und der Rest des Tages klang ruhig aus. 

Als die Sonne langsam unterging, schlugen wir das erste Mal unser Dachzelt auf. Ein abendliches Feuer durfte natürlich auch nicht fehlen und die aufgelegten Thüringer Bratwürste schmeckten, doch überraschend, sehr lecker. Noch ein Cider und dann ging es für uns zeitig in den Schlafsack.

Ein kleines Detail zum Schmunzeln sei aber noch erwähnt. Die in der Klein Windhoek Fleischerei bestellten Köstlichkeiten wurden pünktlich geliefert, doch beim Auspacken waren wir überrascht, so viele Bratwürste vorzufinden. Wie sich herausstellte, gab es da wohl ein Kommunikationsproblem bei der Bestellung. Wir wurden gefragt, wie viel Bratwurst wir bräuchten und wir bestellten 4 Stück. Geliefert bekamen wir dann heute 4 kg, was auf Grund des Grenzübertritts nach Botswana in einer guten Woche, den Speiseplan für die nächsten Tage bestimmte, denn dort durften wir ja kein frisches Fleisch mehr mit uns führen.

Die Campsite war O.K., aber doch etwas beengt. Es gab keine abgegrenzten Stellplätze, sodass irgendwie jeder stand, wie er wollte, was das Finden eines vernünftigen Platzes nicht unbedingt einfacher machte. Für eine Nacht aber konnte man bedenkenlos bleiben.

Gefahrene Kilometer: 80 km

Campsite: Düsternbrook Bush Camping (Link)


13. März Waterberg

Der Tag begann mit der obligatorischen Tasse Kaffee. Wir hatten uns dieses Mal dafür entschieden, Instant-Kaffee zu nehmen, einfach weil es schneller geht, als von Hand zu filtern. Geschmacklich leider keine Offenbarung (ja, wir trinken gerne guten Kaffee). Für unsere nächste Reise ist aber bereits eine French-Press-Kanne angeschafft worden, sodass auch dieses morgendliche Ritual wieder ein, zumindest geschmackliches, Erlebnis wird.

Die Überfahrt zum Waterberg gestaltete sich problemlos, jedoch nicht, ohne auch einige Geocaches einzusammeln.

Nach dem Einchecken und Einrichten auf der Campsite wurde der Plan für den nächsten Tag gefasst.

Wir hatten uns an der Rezeption kundig gemacht und zwei Angebote weckten unser Interesse. Zum einen war da das Plateau-Hiking (220,- NAD p.P.) und zum anderen der Rhino Drive (600,- NAD p.P.). Das es zeitlich passte, buchten wir beide Aktivitäten.

Kulinarisch beendeten wir diesen Tag mit Eland-Lende, dazu ein Kartoffel-Möhren-grüne Bohnen-Gemüse, alles vom offenen Feuer, ergänzt von einem leckeren Orange-River-Cellars Rotwein. 

Gefahrene Kilometer: 266
Campsite: Waterberg Andersson Camp (Link)

14. März Waterberg

Der Tag begann zeitig, denn für 8 Uhr war Plateau Hiking angesagt. Da das Betreten des Plateaus nur in Begleitung eines Guides erlaubt ist, entschieden wir uns dafür, diese Aktivität zu buchen. Da wir offenkundig die einzigen waren, die sich am Sammelpunkt einfanden, wurde die Wanderung im Prinzip zu einer individuellen Führung durch die Geologie sowie die Flora und Fauna des Waterbergs. Dabei kamen wir einem Büffel zum Greifen nah, erfuhren eigentlich alles Notwendige in Sachen Überleben im Busch sowie im Spurenlesen. Das Hauptziel war aber ein Viewpoint, direkt am Rand des Tafelbergs. Von hier aus durften wir einen herrlichen Ausblick über die Unendlichkeit der uns umgebenden Landschaft genießen. 

Der Rückweg führte dann direkt zur Campsite hin und wir ließen es uns nicht nehmen, unseren Guide auf eine frische Tasse Kaffee einzuladen und dabei etwas zu plaudern. Nebenbei bekamen wir ein paar Zaungäste. Dik-Diks liefen immer wieder unmittelbar an der Campsite vorbei und unser persönliches Frankolin begleitete uns fast durch den gesamten Tag. 

Es wurde Nachmittag und somit Zeit für den Rhino-Drive. Das Fahrzeug war bis auf den letzten Platz ausgebucht, aber es war dennoch für jeden ausreichend Platz vorhanden. Am Ende zogen wir eine etwas ernüchternde Bilanz. "Nur" fünf Nashörner konnten wir sehen, direkt an einer Futterstelle. Die restliche Pirschfahrt brachte uns noch zwei Schakale, diverse Antilopen und Vögel vor die Linse. Zum Abschluss gab´s für jeden noch ein kaltes Getränk zur freien Auswahl, ein etwas vorgezogener Sundowner sozusagen. Unsere Wahl fiel (wieder mal) auf je ein Savanna Dry. 

Für die offene Flamme hatten wir heute Springbock-Lende, Kartoffel-Möhren-Gemüse und Schoko-Banane auf unserer Speisekarte stehen.

Diese Campsite hat uns richtig gut gefallen. Individuelle Stellplätze, die sehr schön in die Natur integriert waren, sodass tierische Besucher quasi ungehinderten Zugang hatten. Auch der Ausblick ins Tal war besten geeignet, wieder mal eine Timlapse-Aufnahme zu starten. 

Gefahrene Kilometer: 0
Campsite: Waterberg Andersson Camp (Link)

(Timelapse I – Viewpoint Andersson Camp)


15. März Rundu

Heute wurde noch vor den ersten Sonnenstrahlen aufgestanden, lag doch insgesamt ein langer Streckenabschnitt vor uns. Während das Wasser für den Kaffee an Temperatur zulegte und das Zelt abgebaut wurde, positionierten wir die Kamera, um den Sonnenaufgang bildlich einzufangen. 

(Timelapse II – Viewpoint Andersson Camp)

Unser erstes Tagesziel war der Hoba-Meteorit, ein imposanter Gruß from outer space. Nach dessen Besichtigung gab es ein verdientes, spätes Frühstück.

Ein paar Geocaches hatten wir uns, entlang der Strecke, auch noch herausgesucht, um ein wenig Abwechslung auf der ewig langen, schnurgeraden Straße zu haben.

Gegen 15 Uhr erreichten wir das Camp, checkten ein, unternahmen aber keine weiteren Aktivitäten. Einfach mal rumsitzen und nichts tun war genau das Richtige, nach einem ganzen Tag "on the road".

Auf dem Grill landeten heute Zebra und Lamm-Rücken, dazu ein paar Champignons.

Da auf der Campsite gerade nicht viel los war, hatten wir im Prinzip ein relativ großes Areal für uns allein, das wir uns nur mit ein paar Hühnern teilen mussten. Der eigene Sanitärbereich war sehr gut, nur der Blick auf den Fluss war irgendwie nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Da wir aber nur eine Nacht blieben, war das keine große Sache.

Gefahrene Kilometer: 429
Campsite: Kaisosi River Lodge Campsite (Link)


16. März Divundu / Popa Falls

Entspannt starteten wir in den Tag, lagen doch heute keine 200 Kilometer vor uns. Es ging direkt hinein in den Caprivi-Streifen. Die Straße zog sich wieder wie ein schwarzer Strich,  fast schnurgerade durch die Landschaft und ebenso reihten sich, wie an einer Perlenschnur aufgefädelt, kleine Siedlungen oder einfach nur ein, zwei Häuser links und rechts der Straße auf. Von wilden Tieren war leider nichts zu sehen. Das hatten wir uns, zugegebener Maßen, im Vorfeld doch anders vorgestellt, zumal wir auch Berichte und Bilder gesehen hatten, wo es eben deutlich tierreicher war. Vielleicht lag es an dem ausgebliebenen Regen und der damit verbundenen Trockenheit, aber so oder so, es war nicht zu ändern.

Am frühen Nachmittag war die Campsite erreicht und wir richteten uns gemütlich auf unserem Stellplatz ein. Da wir scheinbar die einzigen Camper waren, hatten wir freie Platzwahl. Es gab auch wieder Strom, sodass alle Akkus wieder mit frischer Energie aufgefüllt werden konnten. Außerdem ließ sich der Kühlschrank mal wieder richtig runterkühlen.

Auf’s Feuer kamen neben frischem Eland wieder Bratwürste, hatten wir doch immer noch einen ordentlichen Vorrat davon.

Gefahrene Kilometer: 193
Campsite: Popa Falls Resort Campsite (Link)


17. März Mahango Game Park

Dieser Tag gehörte sozusagen den Tieren. Der unweit unseres Camps gelegene Mahango Game Park war unser Ziel für den gesamten Tag. Direkt zur Öffnung des Gates waren wir vor Ort, um unser Permit (90 NAD für 2 Personen und 1 Fahrzeug) zu erwerben. Danach konnte es direkt losgehen, hinein ins tierische Vergnügen.

Mit einer, von der netten Dame im Permit-Office ausgehändigten und per Hand mit Wegmarkierungen versehenen Karte machten wir uns auf, die ersten Tieren zu entdecken. Da wir keinerlei Zeitdruck hatten, erkundeten wir alle Ecken des Parks, sichteten u.a. Pferdeantilopen, Red Lechwe, Leierantilopen, machten Picknick direkt an einem Hippo-Pool und durften sowohl visuell als auch akustisch einer Elefantenherde bei der Mittagsruhe beiwohnen.

Zum späten Nachmittag hin hatten wir den Park komplett durchstreift und durchaus zufrieden unsere erste, selbst gefahrene Pirschfahrt erfolgreich beendet, ohne uns verfahren zu haben oder im Tiefsand stecken geblieben zu sein.

Im Camp ließen wir den Tag entspannt am Ufer des Okavango ausklingen, nicht jedoch, ohne die Kamera aufgestellt zu haben. 

(Timelapse – Popa Falls Resort)

 

An der Rezeption buchten wir noch für den nächsten Morgen eine Bootsfahrt, um direkt bis an (und dann auch auf) die Popa Falls herankommen zu können.

Gefahrene Kilometer: 116
Campsite: Popa Falls Resort Campsite (Link)


18. März Nkasa Lupala NP / Sangwali

Heute begann der Tag recht zeitig, denn es galt, pünktlich um 8 Uhr an der Ablegestelle zu sein und auf das Boot zu steigen. Vorher musste aber noch die Campsite beräumt und das Auto startklar gemacht werden.

Pünktlich erreichten wir das Ufer und sahen…
…ja wir sahen das Boot hinter der ersten Flussbiegung verschwinden. Etwas ratlos standen wir da und fragten uns, wie das passieren konnte, wurde uns doch bei der Buchung noch gesagt, dass wir die einzigen Fahrgäste sein würden. Also ging es flotten Schrittes zur Rezeption.
Hier erkannte man wohl schnell, dass es zu, sagen wir mal, Missverständnissen zwischen Rezeption und Bootsführer gekommen war.
Wie wir dann später an Bord erfuhren, waren unserem Kapitän auch nur zwei Fahrgäste gemeldet worden und als diese an Bord waren, fuhr er los. Nur waren eben nicht wir die Fahrgäste, sondern ein anderes Paar, die ebenfalls die Bootsfahrt gebucht hatten und ein paar Minuten vor uns am Ableger waren. Kann passieren und am Ende stachen wir eben eine halbe Stunde später in See.

Zu sehen gab es neben den Popa Falls noch reichlich Hippos, Krokodile und die verschiedensten Vögel. Damit hatte sich der Stress vom Morgen schon wieder gelohnt.

Auf der Fahrt, hin zum Livingstone´s Camp erledigten wir noch ein paar Besorgungen und erreichten am Nachmittag unsere Campsite.

Da unser Gastgeber Deutsch sprach, war das Einchecken quasi ein Heimspiel. Wir waren von der Ausstattung, der Lage und dem Zustand des uns zugewiesenen Areals positiv überrascht. Klein aber sehr fein, so können wir es zusammenfassen und jedem nur weiterempfehlen.

Deutlich sichtbar wurde aber auch hier, dass die Regenzeit faktisch ausgefallen war. Dort, wo sich direkt an der Campsite eine weite Graslandschaft auftat, sollte eigentlich Wasser zu sehen sein. Zumindest waren ein Bootsanleger und auch Boote vorhanden, die wir hätten benutzen können.

Nun war es aber, wie es war und konnte unseren positiven Eindruck in keiner Weise trüben. Der Rest des Tages gehörte dann der Entspannung, dem Beobachten und Belauschen der umherstreifenden und umherfliegenden Tiere sowie dem Entzünden des obligatorischen Feuers zur Nahrungszubereitung.

Alles in allem ging ein wunderschöner Tag zu Ende.

Gefahrene Kilometer: 277
Campsite: Livingstone’s Camp (Link)

(Timelapse – Livingstone’s Camp) 


19. März Nkasa Rupara Nationalpark

Der heutige Tag gehörte ganz der Pirsch im Nkasa Rupara NP. Da unsere Campsite nur ein paar Meter vom Gate entfernt lag, gönnten wir uns noch in aller Ruhe den morgendlichen Kaffee und waren dennoch die ersten (und vielleicht sogar die einzigen) Besucher an diesem Tag. 

Wie an jedem Gate üblich, registrierten wir uns in dicken Büchern (unser Kennzeichen konnten wir inzwischen auswendig niederschreiben), bezahlten unsere 90 NAD für das Permit und bekamen eine Karte des Parks ausgehändigt, um uns besser orientieren zu können. Für Service und Freundlichkeit in den Parks konnten wir bis dato nur Bestnoten verteilen.

Der ausgebliebene Regen hatte aber auch hier im Park seine Spuren hinterlassen. Es war trocken, richtig trocken. Eigentlich sollten wir uns, natürlich auf den ausgewiesenen Wegen, zwischen einer Art Seenlandschaft bewegen, doch davon war weit und breit nichts zu sehen. Es gab nur trockenes Gras, wohin unsere Augen blickten. Das aber war so hoch, das es beim Hindurchfahren weit über die Motorhaube hinausragte. Die Folge war nicht nur, dass unser Auto aussah, als wären wir stundenlang einem Mähdrescher hinterher gefahren, sondern auch die, dass sich das Sichten von Boden gebundenen Tieren dadurch erheblich erschwerte. 

(Video – Nkasa Rupara NP)

Spaß hatten wir trotzdem dabei, so völlig einsam und allein durch diese weite Landschaft zu fahren, nicht zu wissen, was hinter der nächsten Kurve auf uns wartete. Aus der vegetativen Situation heraus ergab es sich natürlich, dass bei den gemachten Tierbeobachtungen die gefiederten Vertreter in der Oberhand waren. Dennoch gelang es uns, wenn auch in einiger Entfernung, den ersten Löwen zu entdecken. 

Zur Mittagszeit kehrten wir ins Camp zurück, denn nicht nur die Tiere bevorzugen in der größten Hitze ein schattiges Plätzchen für eine kurze Siesta.

Für den Nachmittag wählten wir einen anderen Bereich des Parks aus und waren, was die Sichtung von Tieren angeht, etwas erfolgreicher. Impalas, Zebras und diverse Vögel sprangen, liefen, schwammen oder flogen uns vor die Linse. Doch nicht nur die Sonne hatte eine definierte Zeit, zu der sie sich zurückziehen würde, nein, auch das Gate hatte eine klar bestimmte Schließzeit und diese galt es für uns, nicht zu verpassen. 

Den Sonnenuntergang genossen wir dann von unserer Campsite aus und zu einem leckeren Weinchen gab es heute mal Ananas im Speckmantel, eine durchaus empfehlenswerte Leckerei. 

Gefahrene Kilometer: 79
Campsite: Livingstone’s Camp (Link)


20. März Chobe Forest / Botswana

Heute hieß es Abschied nehmen, von diesem sehr schönen Camp. Da wir im Verlauf des Tages die Grenze zu Botswana passieren würden, dorthin aber kein frisches Fleisch mitnehmen durften, überließen wir die immer noch vorhandenen, letzten Bratwürste unserem Gastgeber. Dieser freute sich sehr darüber, mal wieder eine „echte“ Thüringer probieren zu können.

Die Prozedur an der Grenzstation war dann wieder typisch Afrika. Es ging in aller Ruhe, Stück für Stück, voran. Wir füllten wieder die gleichen Formulare aus, wie bereits am Flughafen, bekamen dann irgendwann unseren Ausreise-Stempel in den Pass und registrierten zum x-ten Mal unser Kennzeichen in einem dicken Buch, nicht aber ohne zusätzlich Hersteller, Fahrgestellnummer und Farbe mit zu notieren. Kurz darauf befanden wir uns auf einer Brücke und damit quasi im Niemandsland, denn Namibia hatten wir hinter uns gelassen und die Grenzstation nach Botswana lag noch einige Meter vor uns.

Dort angekommen hatten wir Glück, dass gerade nur ein Auto mit zwei Personen vor uns am Schalter war. Bei einem Bus mit einer Reisegruppe kann die Bearbeitung schon mal etwas länger dauern. So aber ging alles recht flott. Wir bekamen unser Visum, bezahlten die Straßengebühr (wir hatten vorsorglich US$ mitgenommen, da wir keine Gelegenheit hatten, vorm Grenzübertritt an die Landeswährung Pula zu kommen) in Höhe von 21 US$ und ließen unser Fahrzeug, speziell den Kühlschrank, auf frisches Fleisch hin durchsuchen. Alles lief trotzdem sehr entspannt ab und nach 15-20 Minuten hatten wir botswanischen Asphalt unter unseren Rädern.

Unser heutiges Ziel, die Muchenje Campsite lag nur wenige Kilometer hinter der Grenze, sodass wir nicht rasen mussten und das Camp dennoch am frühen Nachmittag erreichten.

Der uns zugewiesene Stellplatz sorgte dann erstmal für Ernüchterung. Der erhoffte Ausblick von der Campsite auf ein großes Feuchtgebiet mit wenigstens ein paar wilden Tieren, war so gar nicht vorhanden. Ja, es war zu trocken, der Regen war ausgeblieben, aber unser Ausblick bestand in einer ausgeholzten Schneise auf eine trockene Grasfläche, welche die ansässigen Bewohner als Weide für ihre Rinder nutzten. Für einen Moment hatten wir das Gefühl, Urlaub auf dem Bauernhof zu machen. Hinzu kam noch, dass sich eine Gruppe Grünmeerkatzen unsere Campsite als Spielplatz ausgesucht hatte. Es war also nicht möglich, irgendwelche Dinge unbeobachtet oder gar das Auto offen stehen zu lassen. Alles zusammen sorgte für, sagen wir mal, eine etwas gedrückte Stimmung, für die wir als Therapie nur einen großen Behälter mit leckerem Rotwein zur Verfügung hatten. Später, bei Eintritt der Dämmerung, verschwanden dann auch die Meerkatzen und es machte sich, bei einem gemütlichen Feuer, wieder etwas Entspannung breit.

Gefahrene Kilometer: 207
Campsite: Muchenje Campsite (Link)


21.März Chobe Riverfront / Botswana

Heute war wieder zeitiges Aufstehen angesagt, wollten wir doch gleich zur Öffnung der Tore an der Chobe Riverfront vor Ort sein. Am Ngoma Gate erwarben wir unser Permit, welches wir gleich für zwei Tage ausstellen ließen, denn morgen war ja auch noch ein Tag. Der Plan für heute war dann, von Ngoma aus direkt zur Riverfront hinunter zu fahren und dann am Wasser entlang, hin zum Gate in Kasane. Zurückzulegen waren, bei dieser, den Tag füllenden Pirschfahrt, ca. 60 km. Das klingt zwar nicht viel, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir uns meist nur in Schrittgeschwindigkeit bewegten, um in allen Richtungen nach Tieren Ausschau halten zu können, sollten wir fast bis zum Toresschluss brauchen, um in Kasane den Park wieder zu verlassen.

Gleich, wie wir am Chobe angekommen waren, wurde deutlich, dass auch hier der ausgebliebene Regen seine Spuren hinterlassen hatte. Von einer großen Wasserfläche, die der Chobe hier bilden sollte, war leider nicht viel übrig geblieben. Entsprechend trocken waren auch die Uferregionen und wir hatten ja gehofft, unter anderem badende Elefanten beobachten zu können. Eine größere Gruppe besagter Rüsseltiere lief uns zwar nicht über den Weg, dafür aber ein stattliches Einzelexemplar. Und nein, es lief uns nicht über den Weg, sondern es lief direkt auf unserem Weg und das auch noch genau auf uns zu. Es war in etwa so, wie bei einem Duell. Erst aufeinander zu und dann sehen, wer zuerst ausweicht.

(Wer ist hier der Boss?)

Wir hatten den Eindruck, der Kollege war etwas auf Krawall gebürstet oder er wollte uns einfach nur klar machen, wer hier der Chef ist und sagt, wo´s lang geht. Als letzten Gruß gab er uns noch eine ordentliche Portion Dreck mit auf den Weg und wir interpretierten das mal als ein Unentschieden.

Aber nichtsdestotrotz zeigten sich uns im weiteren Verlauf Tiere von groß bis klein, mit zwei, vier oder mehr Beinen, mit und auch ohne Fell und die gefiederte Fraktion war ebenfalls reichhaltig vertreten. 

Die auf der Strecke liegenden Aussichtspunkte, Stretch Points genannt, waren willkommene Gelegenheiten, im wahrsten Sinne des Wortes, die Beine mal auszustrecken und die Aussicht zu genießen. 

Je näher wir nach Kasane kamen, umso mehr Fahrzeuge waren am Fluss unterwegs, aber es bewegte sich immer in einem sehr überschaubaren Rahmen. Ohnehin kreuzten gerade im mittleren Bereich zwischen Ngoma und Kasane kaum andere Fahrzeuge unseren Weg. Ob hier wohl die festen Verpflegungszeiten so mancher Lodge oder ein straffer Zeitplan von so manchem Reisenden ursächlich waren, bleibt wohl Spekulation.

Bis zur Dämmerung war es nicht mehr lang hin, als wir den Park verließen. Da für die Rückfahrt zur Campsite Asphalt angesagt war, pressten wir mit Hilfe unseres Kompressors frische Luft in die Reifen und begaben uns „on the road“, um an der Rezeption des Camps noch jemanden anzutreffen. Die Idee war, noch heute Abend für morgen Früh auszuchecken, denn wir wollten am kommenden Tag noch einmal durch den Park fahren, allerdings in Kasane beginnend in Richtung Ngoma. Um dort sein zu können, wenn die Tore öffnen würden, mussten wir die Zelte abbrechen, noch bevor die Rezeption öffnen würde.

Kulinarisch beendeten wir diesen ereignisreichen Tag eher banal mit der Verwertung so mancher Reste der Vortage. Diese wurden verarbeitet zu Grill-Toast und Soljanka, was aber nicht weniger lecker war, wie die Grillgerichte der letzten Abende.

Gefahrene Kilometer: 130
Campsite: Muchenje Campsite (Link)


22.März Chobe Riverfront / Botswana

Noch bevor die Sonne aufging, war aufstehen angesagt, denn wir wollten möglichst früh in Kasane sein. Wir hatten geplant, den Tag zu nutzen, um nochmals die Chobe Riverfront zu durchqueren und Kasane als Ausgangspunkt deswegen, da das erste Teilstück der Strecke am Ufer entlang als Einbahnstraße deklariert ist.

Am Gate waren zu dieser Tageszeit deutlich mehr Menschen und Fahrzeuge unterwegs, als gestern bei Toresschluss. Direkt hinter dem Tor führte der Weg hinab ans Wasser. Was wir hier gleich feststellen mussten, war, dass wir offenbar ein anderes Verständnis von entspanntem Fahren zum Zwecke der Tierbeobachtung hatten, als das Gros der anderen „Pirschfahrer“. Na ja, muss jeder selbst wissen, aber wir ließen uns von dieser Hetzerei nicht anstecken.

Tierisch wurde es dann auch. Reichlich Vögel, Reptilien und Säugetiere konnten von uns entdeckt uns so manches Exemplar auf die Speicherkarte gebannt werden. 

Gegen Mittag war es dann Zeit, eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Eine passende Stelle war auch gefunden, gab es doch in der Nähe des Grabes und der Ruine des Hauses von William "Pop" Lamont eine größere Picknick-Site (Serondela Picnic Site [-17.839670, 25.008184]).

Von nun an ging es quasi auf dem gleichen Weg zurück zum Ngoma Gate, auf dem wir am Vortag in entgegengesetzter Richtung gefahren waren.

Kurz bevor wir den Park verließen, hatten wir noch das Glück, ein paar Rappenantilopen vor die Linse zu bekommen. 

Am Gate erledigten wir die üblichen Formalitäten und hier aus war es dann nur noch ein Katzensprung bis zur Grenze zurück nach Namibia. Auf der botswanischen Seite ging es eigentlich sehr zügig voran, wir bekamen unsere Stempel in die Pässe und durften nur einen Moment später die gewohnte, namibische Bürokratie erleben. Die einzige Neuerung, die wir erlebten, war die, dass wir beim Betreten des Grenzpostens mit einem Fieberthermometer gescannt wurden. Trotz der heißen Außentemperaturen hatten wir offensichtlich kein Grad Kerntemperatur zu viel und durften hinein, um unsere Formalitäten zu erledigen.

Angemeldet waren wir heute auf der Chobe River Campsite. Diese lag auf der namibischen Seite des Chobe Rivers. An der Rezeption gab es für uns ein kaltes Begrüßungsgetränk (sehr lecker) und eine kurze Einweisung in Camp und Bar.

Die Campsite lag direkt am Wasser und ermöglichte einen herrlichen Ausblick auf die Riverfront. Außerdem war es der perfekte Platz, um einen fantastischen Mond- sowie Sonnenaufgang zu beobachten.

Bei einer recht frischen Brise hatten wir so unsere Probleme, ein Feuer zu entzünden, doch als es einmal brannte, machte es eine ordentliche Hitze.

Gefahrene Kilometer: 124
Campsite: Chobe River Campsite (Link)

(Timelapse – Chobe River Camp)


23.März Kongola / Kwando

Der heutige Tag diente mehr oder weniger als Brückentag, was nichts anderes bedeuten soll, als dass wir nur die Strecke zwischen dem Chobe River Camp und unserem Tagesziel, der Namushasha Campsite fahrerisch überbrückten. Unterwegs wurden die Vorräte, insbesondere die, frischen Fleisches, aufgefüllt.

Aktivitäten waren keine vorgesehen, aber so ein Tag muss auch mal sein. Einfach am frühen Nachmittag ankommen, die Campsite einrichten und danach, bei einem kühlen Getränk, die Füße hochlegen. Ein paar tierische Nachbarn hatten wir an unserem Stellplatz auch. Einige Hippos nutzen den an unserer Campsite liegenden Flussabschnitt als ihren Pool, was allen durch eine lautstarke Geräuschkulisse mitgeteilt wurde. 

Die vorhandene Zeit nutzten wir auch, um mal die Speicherkarten auf die Festplatte zu kopieren und den Akkus wieder frischen Saft einzuverleiben. Außerdem konnten einige Kleidungsstücke aufgefrischt und zum Trocknen an die frische Luft gehangen werden. Dinge eben, die auch im Urlaub mal getan werden müssen.

Rinder-Steaks mit Käse-Champignons, dazu das eine oder andere (Edelstahl)Gläschen Wein rundeten diesen entspannten Tag kulinarisch ab.

Gefahrene Kilometer: 201
Campsite: Namushasha Campsite (Link)


24.März Susuwe Triangle

Dieser Tag sollte (wie sich im Verlauf zeigen würde) ganz im Zeichen der berüsselten Dickhäuter stehen. Um es gleich vorweg zu nehmen, so viele Elefanten auf einmal und quasi auf Nasenlänge hatten wir zuvor noch nicht gesehen. Weder hier in Namibia noch bei unseren vergangenen Reisen nach Kenia und Tansania.

Zu Beginn der heutigen Pirschfahrt waren Tiersichtungen eher Mangelware. Bis auf einige Bienenfresser waren tierische Motive eher Mangelware.

So durchfuhren wir den Park, immer auf der Suche nach Vertretern der hiesigen Fauna. Unterwegs waren einige schöne Viewpoints angelegt, immer mit einem freien Blick aufs Wasser und eine willkommene Gelegenheit für uns, eine kleine Mahlzeit einzunehmen. Hier war dann auch tierisch wieder mehr los und allein für’s Wohlbefinden hätte man hier durchaus länger verweilen können.

Nach einem Blick auf die Karte beschlossen wir, bis zum Horseshoe Viewpoint zu fahren, dort noch eine Pause zu machen und anschließend umzukehren.

Kaum hatten wir den zweiten Viewpoint verlassen, wurde es spannend. Der Weg führte etwas bergauf mit einer leichten Biegung nach rechts und noch bevor wir die Kurve erreichten, tauchten vor uns am Wasser drei Elefanten auf, ein kleiner Minifant inklusive.

Wir waren gerade dabei, diesem Wasserspiel begeistert zuzusehen, als plötzlich aus allen Richtungen, für uns unzählige Elefanten herbeiströmten. Sie kamen von überall aus dem Gebüsch und sammelten sich genau in dem Gebiet, in das wir eigentlich gerade fahren wollten. So standen wir auf dem Weg, welcher idealer Weise aus Tiefsand bestand und überlegten uns, wie wir weiter verfahren sollten. Das Gebüsch zu unserer rechten Seite hatte eine Wuchshöhe, dass sich Elefanten darin perfekt verstecken konnten, mit anderen Worten, für uns quasi unsichtbar waren. Der weiche Untergrund machte uns deutlich, dass im Falle eines Falles kein schnelles Fortkommen möglich war. Wir wägten unsere Optionen ab.

Rückwärts? Erstmal Nein, da wir nicht einsehen konnten, wie viele Elefanten noch von unserer rechten Seite kommen und zum Wasser hinziehen würden.

Vorwärts, dem Weg weiter folgend? Auch erstmal, Nein! Ein vorsichtiger Blick um die Biegung offenbarte uns einen schönen großen, Schatten spendenden Baum, unter dem sich eine größere Menge der Dickhäuter versammelt hatte, um sich abzukühlen. Hinzu kam noch, dass unser Weg direkt an dem Baum vorbeiführte und im Moment von reichlich Elefanten blockiert war.

(Video – Roadblock)

Wir wählten die dritte Option und entschieden uns dafür, ein großer weißer Stein in der Landschaft zu sein, der hier einfach so herum lag. Bedeutete, sich einfach still zu verhalten, keine Kamerageräusche zu fabrizieren und abzuwarten.

So warteten wir und warteten und …

… plötzlich überholte uns ein anderes Auto, ganz offenkundig ein Safari-Fahrzeug und folgte dem Weg, ohne sich wirklich von den immer noch unter dem Baum stehenden Elefanten beeindrucken zu lassen. „Respekt!“ sagten wir uns, so was kann auch mal ins Auge gehen. Wie dem auch sei, die bis dahin dort befindlichen Schattenparker rückten etwas beiseite und gaben so den Weg frei. Mit einem doch leicht mulmigen Gefühl fuhren wir weiter, passierten den Baum und arbeiteten uns durch den Tiefsand voran, bis wir den Horseshoe Viewpoint erreicht hatten. Diese Pause hatten wir uns irgendwie verdient.

So saßen wir auf der Plattform und betrachteten das Hufeisen-Gewässer, immer auf der Suche nach tierischen Besuchern. Dabei fiel uns im Augenwinkel das Safari-Mobil auf, das  uns vorhin überholt hatte. Aus dieser Richtung drang immer wieder ein aufheulendes Motorengeräusch zu uns herüber, jedoch bewegte sich die Quelle dabei keinen Meter vor oder zurück. Dieses Spiel wiederholte sich immer und immer wieder. Was also tun? Hier irgendwo im Nirgendwo und wohl wissend, dass dieses Auto das einzige war, das wir den gesamten Tag im Park gesehen hatten.

Die Entscheidung war dann relativ schnell getroffen, wir schauten uns die Sache vor Ort einmal an und es war, wie es nicht anders zu erwarten war. Festgefahren, und zwar richtig. Es ging weder vor, noch zurück und der Fahrer des Safari-Mobils schien ein wenig verzweifelt, hatte er doch schon alles versucht, sich und somit auch seine Gäste aus dieser misslichen Lage zu befreien. Hinzu kam noch, dass er durch seine Befreiungsversuche seinen Unterfahrschutz derart verbogen hatte, dass dieser sich wie eine Pflugschar im Tiefsand eingegraben hatte.

Da half nur eines: Herausziehen! Eine Aktion, die auch für uns das erste Mal war. Dafür bekamen wir es aber ganz gut hin, denn kurz darauf war das Fahrzeug befreit und wir wurden von den beiden Fahrgästen der Pirschfahrt, zwei älteren Damen, die in kirchlicher Mission unterwegs waren, in deren Abendgebete eingeschlossen. Auch ein für uns neues Gefühl.

 (Video – Festgefahren)

Unser Rückweg gestaltete sich dann etwas weniger aufregend, aber Adrenalin fördernde Momente hatten wir für heute eigentlich ausreichend. 

Gefahrene Kilometer: 108
Campsite: Namushasha Campsite (Link)


25.März Buffalo Core Area / Kapako

Die heutige Tagesetappe zu unserem Ziel, der Mobola Island Lodge Campsite, war mit knapp 230 Kilometern recht entspannt, zumal der Großteil der Strecke über asphaltierte Straßen führte. Daher war genügend Zeit, um noch eine Pirschfahrt in der Buffalo Core Area zu unternehmen.

Dieser Park ist nicht riesig, aber für Selbstfahrer genau das Richtige. Hinzu kam noch, dass wir, zumindest gefühlt und wahrgenommen, die Einzigen waren, die hier motorisiert umherpirschten. Einfach herrlich, so völlig ungestört und abseits jeglicher Touristenströme unterwegs zu sein.

Neben den tierischen Begegnungen mit Elefanten, Impalas und Co., gab es noch die Ruinen eines alten Militärstützpunktes (Pica Pau Military Ruins) zu bestaunen.

Dieser Ort hat uns so begeistert, dass wir uns kurzerhand dazu entschlossen, hier einen eigenen Geocache zu platzieren. Vielleicht können wir so diesen sehenswerten Park noch mehr Interessierten schmackhaft machen. Wir jedenfalls bereuten es nicht, dieses Areal für unsere heutige Aktivität ausgewählt zu haben.

Am Nachmittag ging es dann wieder „on the road“ und die restlichen Kilometer hin zum Camp wurden entspannt zurückgelegt. Dort angekommen wurden wir positiv überrascht, denn unsere Gastgeber kamen ursprünglich aus der sächsischen Heimat und begrüßten uns mit entsprechendem Dialekt. Aber nicht nur die Begrüßung stimmte uns froh, sondern auch die gesamte Lodge mit ihren Campsites und der wirklich herrlich gelegenen Insel-Bar sorgten für umgehendes Wohlbefinden. 

Dies war ein absolut perfekter Platz für einen Sundowner, aber auch die Sonne würde am nächsten Morgen imposant an dieser Stelle aufgehen.

Gefahrene Kilometer: 292
Campsite: Mobola Island Lodge Campsite (Link)


26. März Rundu / Cubango

Der Tag begann zeitig, noch bevor die Sonne am Horizont aufging. Wir gingen auf die kleine Insel, auf der wir gestern diesen herrlichen Sonnenuntergang genießen konnten, um nun die Sonne imposant aufgehen zu sehen. 

(Timelapse – Okavango)

 

Eilig hatten wir es nicht, denn heute warteten nur knapp 200 km auf uns. Das erste Etappenziel war Rundu, um ein paar Vorräte aufzufüllen. Der Großteil der Strecke war asphaltiert, sodass wir gut und zügig vorankamen. Die Besorgungen waren rasch erledigt und das Camp nur ein paar Kilometer von Rundu entfernt.

Am frühen Nachmittag war es erreicht und so langsam machte sich etwas Hunger bemerkbar. Doch bevor die Pfanne angeheizt werden konnte, ja, Bacon, Bohnen, Rührei (von uns liebevoll BBR genannt) machen sich nicht von allein, mussten noch die Check-in-Formalitäten erledigt werden. Dabei bekamen wir eine Sundowner-Bootstour angeboten, die wir kurzerhand buchten, denn es würde sicher ein Erlebnis werden, die Sonne in den Fluten des Cubango (so wird der Okavango in diesem Flussabschnitt genannt) untergehen zu sehen. 

Bevor das Loch in unseren Bäuchen noch größer würde, waren die ersten Dinge, die ausgepackt wurden, der Kocher und die Pfanne. BBR, schon oft gegessen und doch immer wieder lecker.

Mit vollem Bauch waren die Zeichen ganz klar auf Entspannung gesetzt, doch langweilig wurde uns dennoch nicht. Von unserer Campsite aus hatten wir einen ungestörten Blick auf das angolanische Flussufer, wo wir das Treiben der dort ansässigen Bewohner beobachten konnten. Es wurde gebadet (aber nur direkt am Ufer und auch nur im Sitzen – vermutlich wegen der Krokodile), Wäsche gewaschen und allen sonstigen Dingen nachgegangen, die so ein Leben am Fluss eben mit sich bringt. 

Auch wenn man sich entspannt, vergeht die Zeit und da wir noch ein kühles Getränk an er Bar zu uns nehmen wollten, machten wir uns alsbald für unseren Sundowner fertig. 

Am Sammelpunkt wurde dann bald klar, dass das Boot doch gut gefüllt sein würde. So kam es dann auch, aber jeder hatte seinen Platz und es konnte also losgehen. Wir stachen in See oder besser, wir ließen uns erstmal mit der Strömung treiben. Dabei kamen wir Angola zum Greifen nah, konnten sehen, was kurzer Grenzverkehr bedeutet und auch einige tierische Erscheinungen offenbarten sich uns. 

Doch was wäre eine Sundowner-Bootstour ohne Sonnenuntergang? Genau! Nur eine Bootstour. Aber der für Sonnenuntergänge Verantwortliche zeigte sich gnädig und präsentierte uns einen, mit ein paar Wolken gespickten, wunderschönen Untergang direkt über dem Cubango.

Wie wir dann wieder festen Boden unter den Füßen hatten, wurden wir mit einer kleinen Tanzeinlage begrüßt (die genaue Bedeutung des Tanzes erschloss sich uns leider nicht) und in den noch jungen Abend verabschiedet. Alles in allem kein schlechter Tagesausklang. 

(Video – Sundowner Bootsfahrt)

Gefahrene Kilometer: 192
Campsite: Hakusembe Campsite (Link)


27. März Ghaub Gästefarm

Da heute ein etwas längerer Streckenabschnitt vor uns lag, hatten wir zunächst keine weiteren Aktivitäten geplant. Wir bauten in aller Ruhe unser Camp zurück, checkten aus und begaben uns auf die Piste. Wieder lag eine Menge Asphalt vor uns, denn nur die letzten, etwa 20 Kilometer, sollten die von uns so geliebte, typisch namibische Schotter-Pad werden. 

Entsprechend zügig kamen wir voran, erreichten am Nachmittag die Ghaub Gästefarm. Auf den letzten Kilometern verfolgte uns beständig im Rückspiegel eine immer dunkler werdende Regenfront. Prinzipiell war der lang herbeigesehnte Regen eine feine Sache, aber wenigstens unser Zelt wollten wir noch im Trocknen aufbauen. 

(Timelapse – Regenzeit?)

Quasi just-in-time stand die Behausung und der angekündigte Niederschlag setzte ein. Die Campsite stellte uns zwar ein Dach über dem Kopf zu Verfügung, aber die für die Zubereitung des Abendessens notwendige Feuerstelle hatte selbiges natürlich nicht und war somit gänzlich dem reichlich vom Himmel fallenden Nass ausgeliefert. Es musste also eine alternative Lösung her und die offenbarte sich in Form eines Donkeys, den wir für das warme Wasser ohnehin angeheizt hatten. Fleisch und Gemüse wurden kurzerhand in Folie verpackt und in die Glut des Ofens gelegt. Den Rest erledigte die Zeit. 

Über die ganze Zeit hatten wir, immer wenn wir etwas zu Essen in den Händen hielten, tierische Gäste, die es sich auch nicht nehmen ließen, bis auf unseren Tisch vorzustoßen. Wir denken, dabei hatten alle ihren Spaß. 

(Video – Mitesser!)

Die Dichtigkeitsprüfung hatte unser Zelt fast ohne Mängel bestanden, lediglich eine nasse Stelle konnten wir bei Zubettgehen ertasten, die aber den Schlaf der Gerechten nicht stören oder verhindern konnte.

Gefahrene Kilometer: 311
Campsite: Ghaub Gästefarm (Link)


28.März Onguma / Etosha

Etosha war unser heutiges Ziel und damit gleichzeitig der geplant letzte Höhepunkte unserer diesjährigen Reise. Den Weg dorthin hatten wir mit etwas lebendiger Geschichte gespickt, einem Besuch des Otjikotosees. Hier hatten während des ersten Weltkrieges die Deutschen Schutztruppen Waffen und Munition versenkt, um sie niemandem überlassen zu müssen. Aber auch geologisch ist der See interessant, soll er doch unterirdisch Verbindungen bis in den Etosha-Nationalpark haben. Gegen eine Gebühr von 50 NAD / Person bekamen wir die sehenswerte Gelegenheit, dieses nationale Denkmal per pedes zu umrunden. Ganz nebenbei gab es hier auch zwei Geocaches zu finden und somit hatte sich dieser Zwischenstopp in jeder Hinsicht gelohnt.

Gegen Mittag erreichten wir Etosha am Von Lindequist Gate, registrierten uns und folgten der Straße nach Namutoni, wo wir unser Permit erwarben. Somit hatten wir den restlichen Tag Zeit, uns erste Eindrücke vom Park zu verschaffen. Auf Grund der bis zur Schließzeit verbleibenden Stunden entschieden wir uns für eine Umrundung von Fischer's Pan. 

Die zu dieser Tageszeit herrschende Hitze, zusammen mit der sich vor uns auftuenden, scheinbar unendlichen Ebene, vermittelte uns rasch einen ersten und durchaus bleibenden Eindruck davon, was Etosha eigentlich ist. Viel, viel und noch viel mehr flaches Land, wo man in jede Richtung schauen kann und nichts weiter sieht, als flirrende heiße Luft am Horizont. Ein Ort, an dem man sich eigentlich nicht länger aufhalten will und kann, aber dennoch war dieses Stückchen Erde keineswegs frei von tierischen Bewohnern, auch wenn diese sich augenscheinlich zu dieser Tageszeit in schattigere Gegenden zurückgezogen hatten. Ein paar Vertreter der hiesigen Fauna bekamen wir dennoch vor die Linse und waren am Ende schon gespannt, was wir wohl am folgenden Tag, auf dem Weg nach Halali, würden entdecken können. 

Es war Abend, wie wir die Campsite erreicht hatten. Doch der uns beim Check-in zugewiesene Stellplatz war bereits mit anderen Zelten besetzt. Da hatte sich offenbar jemand vertan. Egal. Wir fanden trotzdem ein Plätzchen, nah an der Feuerstelle und auch nicht weit weg vom Sanitärgebäude. 

Bei der Campsite selbst wurde uns schon klar, dass sie nah an einem der touristischen Highlights Namibias liegt. Die ganze Anlage und auch die Stellplätze sind schon für eine größere Anzahl von Zelten und Fahrzeugen ausgelegt und dadurch ging doch spürbar ein Gefühl von Gemütlichkeit und Ruhe verloren. Aber so war es nun mal und wir wussten es ja auch vorher. 

Unsere Campsite lag zwar sehr schön windgeschützt, das wiederum hatte beim Entzünden des Feuers den entscheidenden Nachteil, dass sich die Flammen nicht so richtig entfalten wollten. Also wurde gefächert bis die Arme schmerzten und irgendwann, nach einer Menge Rauch, entschieden sich die kleinen Flammen dazu, größer zu werden und die aufgestapelte Holzpyramide vollständig zu umfassen. Jetzt stand einem ordentlichen Abendessen nichts mehr im Weg. 

Gefahrene Kilometer: 248
Campsite: Onguma Leadwood Campsite (Link)


29. März Etosha / Halali

Heute wurde nicht allzu spät aufgestanden, wollten wir doch möglichst früh wieder zurück in den Park. Wofür aber immer Zeit sein musste, war der morgendliche, frisch aufgegossene Kaffee, wobei wir doch so langsam den recht eigenen Geschmack des hierzulande gängigen Instantkaffees ein wenig über hatten. Der Duft, frisch gemahlener Bohnen und der anschließende Genuss, wenn diese mit einer wohl temperierten Portion klaren Wassers eine Symbiose eingingen, der fehlte uns zunehmend. Für nächstes Jahr wurde eben aus diesem Grund bereits eine reisetaugliche French-Press-Zubereitungseinheit beschafft, die dann die gerade beschriebene, geschmackliche Offenbarung ermöglichen soll.

Mittlerweile hatten wir Übung darin, das Auf- und Abbauritual recht zügig durchzuführen, was uns ermöglichte, wie geplant auszuchecken und in Richtung Gate aufzubrechen.

Heute konnten wir im Gegensatz zu gestern ein Permit erwerben, welches gleich für zwei Tage gültig war. Ein Mehrtages-Permit war gestern nicht möglich, da wir den Park zum Übernachten wieder verließen. Heute aber war Halali unser Übernachtungsziel und somit dieses kleine Stück namibische Bürokratie komfortabel gelöst. 

Das Fahren war auf den gut präparierten Pisten kein Problem, einen 4x4 braucht es im Etosha eigentlich nicht. Da man diese (selbstverständlich) nicht verlassen darf, sind die Strecken, um von A nach B zu kommen, in gewissem Maße vorgegeben. Um dabei Tiere beobachten zu können, steuerten wir einfach so viele Wasserlöcher wie möglich an und hofften außerdem darauf, dass der eine oder andere tierische Vertreter vor uns die Straße überquert. 

Einer dieser Places You Must Visit Before You Die! durfte natürlich nicht ausgelassen werden. Der Viewpoint (-18.930628, 16.487626), direkt in der Etosha Pfanne. Ein Platz, an dem die Begriffe Einsam- und Unendlichkeit (vorausgesetzt, die südafrikanische Reisegruppe beendet ihr gemeinsames Fotoshooting) zutreffender nicht sein könnten. 

Nach einem ganzen Tag im Park erreichten wir am frühen Abend Halali, den wohl zentralsten und somit entsprechend großen Übernachtungspunkt im Etosha. Die Campsite war entsprechend funktional gestaltet, aber alle (benötigten) Annehmlichkeiten wie Feuerstelle, Sanitärbereich und Stromversorgung waren für jeden Stellplatz vorhanden. 

Vor dem Abendessen war sogar noch Zeit, um einen hochgelegenen Geocache zu suchen und auch zu finden. 

Den Tag ließen wir dann an dem zum Camp gehörigen Wasserloch ausklingen und bekamen dabei einen Revierkampf unter Nashörner zu sehen und auch zu hören. Durchaus eines der Highlights des heutigen Tages. 

Gefahrene Kilometer:144
Campsite: Halali Resort Campsite (Link)


30.März  Etosha / Toshari

Heute lag das für uns letzte Stück Etosha vor uns. Für dieses hatten wir aber ausreichend Zeit, war doch die Strecke hin zum Anderson Gate nicht allzu weit. An den äußeren Bedingungen hatte sich nichts geändert und wir hofften immer noch, ein paar Löwen entdecken zu können. 

Wir wählten die Route so, dass wir noch möglichst viele Wasserlöcher und Viewpoints ansteuern konnten und an eben einem solch feuchten Treffpunkt der Tiere lagen sie, zwei Löwen oder besser, Löwinnen, im Schatten des einzigen Baumes. Wenn auch relativ weit weg, konnten wir sie durch das Objektiv der Kamera ganz gut beobachten. 

Auf dem weiteren Weg, ein paar Kilometer vor dem Gate, schickte uns der liebe Safari-Gott noch ein Zeichen, nämlich in Form einer Löwin mit zwei Jungen, die direkt an der Straße Siesta machten. Um ein Haar wären wir daran vorbeigefahren, doch im Augenwinkel wurde das Entdeckte umgehend als Löwe identifiziert und unser Auto abrupt zum Stehen gebracht. Wir hatten Glück und konnten über eine ganze Weile das Trio ungestört beobachten, wobei in der vorherrschenden Hitze nicht viel Aktivität seitens der Raubkatzen zu verzeichnen war. Aber das machte überhaupt nichts, immerhin lagen sie direkt vor uns und wir hatten sie ganz für uns allein.

Auch wenn wir gern noch länger geblieben und den drei Katzen weiter eine gute Gesellschaft geblieben wären, so mussten wir dann doch irgendwann in Richtung Anderson Gate weiterfahren. 
Dort angekommen, bekamen wir dieses Mal keine Probleme in Sachen Frischfleisch, hatten wir doch alle betreffenden Vorräte aufgebraucht.

Der noch vor uns liegende Weg zur Campsite war dann kein weiter mehr, wo wir am späten Nachmittag eintrafen. Direkt nach dem Check-in gönnten wir uns erstmal einen frischen Kaffee, aber dieses Mal aus Lodge eigener Herstellung. 

Nachdem wir die richtige Position für unser Dachzelt, die Äste der umstehenden Bäume hingen doch recht tief, gefunden hatten, begann es pünktlich zum Abendessen zu regnen. Wir schafften es trotzdem, ein Feuer zu entfachen und die Glut reichte aus, um darin ein paar Sandwiches zu grillen. Wozu man sich auf jeden Fall durchringen musste, war, bei Regen und ohne Überdachung duschen und auch auf die Toilette zu gehen. So oder so, gewöhnungsbedürftig. 

Immerhin konnten wir uns noch über unser eigenes Campsite-Haustier in Gestalt eines Warzenschweines freuen.

 (Video – Schwein gehabt!)

Gefahrene Kilometer: 150
Campsite: Toshari Lodge Campsite (Link)


31.März Okahandja

Ohne Zeitdruck und in aller Ruhe starteten wir in den Tag, packten zusammen und checkten aus. Mit im Gepäck hatten wir reichlich Feuerholz, welches wir zwar gestern erwerben, wegen des Regens aber nicht verfeuern konnten. Das machte aber gar nichts, lagen doch noch zwei Nächte vor uns.

Die heute vor uns liegende Strecke führte uns so langsam in eine Landschaft zurück, die wir von unserer letztjährigen Reise in guter Erinnerung hatten. Das Wetter wusste auch nicht so recht, wie es sich entscheiden sollte, Sonne und dunkle Wolken wechselten sich beständig ab. 

Aktivitäten hatten wir für heute nicht geplant, sodass wir am frühen Nachmittag die Campsite erreichten. Schön gelegen, direkt an einem Wasserloch platzierten wir unsere mobile Behausung und beließen es für den Rest des Tages bei gemütlichem Kaffeetrinken und der fotografischen Erkundung des tierischen Treibens auf und am Wasser. 

Kulinarisch probierten wir am Abend mal was Klassisches. Selbst gemachte, frische Buletten vom Grill. Nach dem Essen waren wir uns einig, dass wir das im nächsten Jahr auf jeden Fall nochmal wiederholen werden. Lecker!

Gefahrene Kilometer: 290
Campsite: Omatozu Campsite (Link)


1.April  Okahandja

Dieser Tag war vorgesehen, um in aller Ruhe die Taschen zu packen, die Fotoausrüstung zurückzubauen und alle Reste aus der Lebensmittelabteilung zu verwerten. 

(Timelapse – Omatozu Farmdamm)

 

So wurden Kleidungsstücke sortiert, nicht mehr benötigte Gegenstände, wie Kabel, Stecker, Küchenutensilien usw. Platz sparend in Schuhen und anderen Hohlräumen der Taschen verstaut. Außerdem waren wir quasi gezwungen, zwei warme Mahlzeiten zu uns zu nehmen. Bratkartoffeln mit Zwiebel, dazu Bohnen und Bacon. Ein, wir nennen es mal, zünftiges, spätes Frühstück.

Eine kleine, aber im wahrsten Sinne des Wortes schwerwiegende Sache mussten noch erledigt werden. Seit einigen Tagen hatten wir einen schleichenden Platten am Auto. Der Reifen hielt zwar die Luft und Fahren ging damit auch noch, doch nach dem Abstellen war am folgenden Morgen die Luft raus und zwar komplett. Klar, hätten wir das auch schon eher machen können, aber wir wollten keinen weiteren Platten riskieren. 

Den Wechsel an sich kann eine Person problemlos vornehmen, doch beim Befestigen des gewechselten Rades an der dafür vorgesehenen Halterung in Brusthöhe braucht es zusätzliche Manpower, es sei denn, man ist komplett grün und nennt sich Hulk. 

(Timelapse – Omatozu II

Am Abend verheizten wir das restliche Brennholz und nutzten dieses schöne Feuer dazu, um Nudeln, Wurst, Zwiebel, Möhren und Chakalaka zu einem leckeren Abschlussmahl zu verwandeln. 
Anschließend kletterten wir ein letztes Mal in unsere mobile Behausung und verbrachten eine angenehme Nacht unter afrikanischem Himmel.

Gefahrene Kilometer: 0
Campsite: Omatozu Campsite (Link)


2.April Windhoek 

Wie immer und bei jeder unserer Reisen packen wir bis zur letzten Minute unsere Taschen. Gegen 10 Uhr checkten wir aus und begaben uns auf die letzten, rund 120 Kilometer bis zur Autovermietung. 

In Windhoek gönnten wir unserem treuen und zuverlässigen Gefährt eine Handwäsche für 80 NAD - wo gibt´s das sonst noch zu diesem Preis? 

Einen Anlaufpunkt hatten wir dann doch noch, bevor wir das Auto abgeben mussten, den Superspar vom Beginn unserer Reise. Eigentlich wollten wir leckeren Wein besorgen, um ihn mit in die Heimat zu nehmen, doch der begehrte Tropfen war gerade nicht vorrätig. Also mussten Biltong und Kekse als Ersatz herhalten. 

Die Rückgabe des Autos verlief ohne Probleme, alles war in bester Ordnung. Auch der platte Reifen wurde ohne weitere Kosten für uns registriert und ausgetauscht.  

Alle Formalitäten waren erledigt und es blieb uns nur noch, gemütlich abzuwarten, bis der Transfer zum Flughafen starten sollte. Bei einer leckeren Tasse frisch gebrühten Kaffees ließ sich diese Zeit recht angenehm überbrücken. Es schien, als wollte sich Namibia gebührend von uns verabschieden, denn ein zünftiges Gewitter zog am Horizont auf. Als es hereinbrach saßen wir im Trockenen und genossen die Show am Himmel bei einem koffeinhaltigen Heißgetränk. 

Am Airport angekommen, war noch reichlich Zeit. Doch wie immer geht auch diese irgendwie und irgendwann vorbei und wir konnten einchecken, typisch afrikanisch natürlich. Am Schalter ging es schön gelassen und in aller Ruhe voran und auch das Flugzeug war nicht ganz voll, sodass wir uns wieder auf mehrere Sitze verteilen konnten.

Gefahrene Kilometer: 123

3.April Frankfurt/M. – Leipzig

Zurück in Deutschland waren wir ziemlich rasch wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Das Wetter war mies, es war kalt und regnete nicht gerade wenig. Dazu kam noch, dass, auch typisch Deutschland, die Bahn eine reichliche halbe Stunde Verspätung hatte. Ändern konnten wir es ohnehin nicht und verbrauchten einfach etwas von der mitgebrachten Urlaubsgelassenheit. 

Dank Platzreservierung konnten wir dem hektischen Einsteigen entspannt zuschauen und uns so unsere Gedanken zu dem einen oder anderen, der Verzweiflung nahe befindlichen Reisenden, machen. Mitunter lustig anzusehen.

Fazit

Mittlerweile ist ja einige Zeit seit unserer Rückkehr vergangen. Unser erstes Resümee noch vor Ort bzw. direkt nach unserer Ankunft in der Heimat haben wir inzwischen revidiert. Wir waren nicht enttäuscht, aber uns einig, dass wir es uns vor der Reise alles etwas anders vorgestellt hatten. Dies lag wahrscheinlich daran, dass wir immer unsere Erlebnisse von Natur, Landschaft und auch der Einsamkeit aus dem letzten Jahr als Vergleich heranzogen. Doch ein Vergleich war hier nicht angebracht, sind der Süden und der Nordosten (einschließlich Caprivi) Namibias derart verschieden. 

Der Süden ist trocken, es gibt kaum Vegetation und die sich mit ihrer schier unendlichen Weite darbietende Landschaft vermittelt permanent ein Gefühl von Freiheit und Einsamkeit. Dazu kam noch, dass wir hier fast ausschließlich auf Schotter und Sand unterwegs waren, was ebenfalls ein nicht zu verachtender Erlebnisfaktor war. 

Auch wenn in diesem Jahr die Regenzeit fast ausgeblieben war, so präsentiert sich der Nordosten und speziell der Caprivi-Streifen im ganzen Gegensatz dazu. Wir bewegten uns, abgesehen von den Parks, fast ausschließlich auf Asphalt, was den Spaßfaktor beim Fahren deutlich reduzierte. Die örtlichen und auch die natürlichen Gegebenheiten bringen es einfach mit sich, dass hier deutlich mehr Menschen leben, das Land bewirtschaften und der Viehzucht nachgehen, als im Süden. Das ist nun mal so und das ist auch gut so, nur dieses von uns so geliebte und auch gesuchte Gefühl des einsamen Reisens wollte sich nicht so recht einstellen. 

Auch tierisch waren wir zunächst etwas enttäuscht, hatten wir uns doch gerade im Okavango-Delta alles etwas „üppiger“ und „mehr“ vorgestellt. Hätte die Regenzeit ihren Namen auch verdient gehabt, dann, ja dann… 

Nun sind aber einige Monate vergangen und alle Fotos und Videos gesichtet und durch das Schreiben dieses Reiseberichtes noch einmal alle Erinnerungen aufgefrischt worden. Unser Fazit ist nun ein anderes!

Jetzt, wo wir um die Unterschiede zwischen Süd und Nord wissen, sie selbst erlebt haben, fällt unser Resümee deutlich positiver aus. Ja, es hat sich gelohnt und wir würden (und werden sicher in nicht allzu ferner Zukunft) diese Region wieder besuchen. Gerade die vielen kleineren Parks bieten eine hervorragende Möglichkeit, um auf eigene Faust, im eigenen Fahrzeug, Pirschfahrten zu unternehmen. Vielleicht hat ja der Verantwortliche da „oben“ das nächste Mal ein Einsehen und sorgt im Vorfeld für etwas Regen. 

Wobei, war nicht immer da wo wir waren auch der Regen… 

Tierische Begegnungen auf unserer Reise

Namibia 2018

Es gibt immer ein erstes Mal!


November 2017

Planung abgeschlossen!

Nach langem Überlegen wagten wir endlich unsere erste Selbstfahrertour durch Namibia. Hatten wir in den letzten Jahren den Großteil der Planung immer einem Reiseveranstalter übergeben, betraten wir diesmal neues Terrain und organisierten alles selbst. Angefangen bei Flug- und Mietwagenbuchung, weiter über Routenplanung und Reservierungen der Unterkünfte bis hin zur fertigen Reise, benötigen wir etwa drei Wochen. Zwischen Planung und Reisezeit lagen gut sechs Monate, was laut einem einschlägigen Forum eigentlich schon viel zu spät ist. Aber wider Erwarten bekamen wir alles genau so, wie gewünscht und geplant.

Vorläufiges Fazit: Nicht alles glauben, was irgendwo geschrieben steht. Einfach selbst ausprobieren! Etwas Geduld war gefragt, denn Antworten auf Reservierungen können schon mal etwas länger dauern, schließlich ist Internet nicht überall und zu jeder Zeit verfügbar.

Wir hatten uns bewusst gegen eine typische

Ersttätertour – Ganz Namibia in zwei Wochen

entschieden und uns nur auf den südlichen Teil des Landes konzentriert.

Unser Motto: den Norden machen wir beim nächsten Mal, er läuft uns ja nicht weg.


Von der Idee zur Umsetzung

  • Direktflug mit Air Namibia ab Frankfurt/Main und zurück
  • Anreise nach Frankfurt mit der Deutschen Bahn
  • Als Mietwagen bevorzugten wir, als blutige Selbstfahreranfänger, einen Bushcamper mit eingebauter Not-Toilette. Wie überflüssig diese noch sein würde, zeigte sich erst später während der Reise. Über CamperDays buchten wir einen Britz Navi 4×4, komplette Campingausstattung inklusive, zu einem recht günstigen Preis.

In unserer Planung hatten wir folgende namibische Highlights in einen Zeitraum von 19 Tagen vor Ort verbaut:

  • Kalahari inklusive Löwen-Tracking
  • Köcherbaumwald
  • Fish River Canyon
  • Lüderitz mit Diaz Point
  • Kolmannskuppe
  • Namib Wüste – Geparden auf Kanaan
  • Sossusvlei
  • Naukluft Mountain Zebra Park
  • Namib Naukluft NP mit Mirabib und Blutkuppe
  • Welwitschia Drive
  • Gamsberg
  • Windhoek und Swakopmund, um Vorräte zu beschaffen

Die Route und weitere Infos bekommt ihr >>HIER<<


November 2017 bis April 2018     

Vorbereitungen   

  • Flüge buchen
  • Fahrzeug reservieren
  • Campsites reservieren/buchen
  • Internationalen Führerschein besorgen
  • Impfungen auffrischen
  • Reiseapotheke zusammenstellen
  • Haustierversorgung organisieren

… und warten!


09.Mai 2018

Das lange Warten hat endlich ein Ende. Früh am Morgen geht es per Deutscher Bahn nach Frankfurt/M. Flughafen. Da wir noch sehr viel Zeit bis zum Abflug haben, vertreten wir uns in der näheren Umgebung des Airports noch etwas die Beine und finden am Terminal 2 einen Asia-Imbiss, an dem wir uns eine sehr leckere Kleinigkeit fernöstlicher Küche gönnen.

Am Check-In Schalter ist nicht viel los und auch an der  Gepäckkontrolle geht es trotz Sprengstoffkontrolle der Fotoausrüstung recht zügig voran. Nach einer kleinen (W)Einkaufsrunde im Duty-Free und kurzer Wartezeit steht unser Flugzeug zum Einsteigen bereit. Die Maschine ist nicht ganz ausgebucht und wir können es uns jeweils über zwei Sitze hinweg gemütlich machen. Pünktlich starten wir nun in Richtung Namibia!

An Bord nehmen wir als Willkommenstrunk ein „Tafel Lager“ und schließen das servierte Essen mit einem Fläschchen Rotwein in der Hoffnung ab, danach ein wenig schlafen zu können.


10.Mai 2018

Das Licht an Bord wird recht unvermittelt eingeschaltet und der Service beginnt mit den Frühstücksvorbereitungen. Wir erwachen aus einem unruhigen Schlaf und bis zur Landung ist es noch eine gute Stunde, welche aber mit dem Verzehr des gereichten Frühstücks schnell vergeht. Es ist noch stockfinster, als das Flugzeug in Windhoek landet. Bei dem kurzen Fußmarsch vom Flugzeug hin zur Abfertigungshalle weht uns ein doch recht kühles Lüftchen um die Nase und vertreibt so auch die letzte Müdigkeit. Die Einreiseformalitäten sind erstaunlich schnell erledigt und so warten wir an der Gepäckausgabe auf unsere Taschen. Wir nehmen es gelassen, beobachten das hektische Treiben der anderen Reisenden und irgendwann erscheint dann auch unser Gepäck auf dem Band. Wir besorgen uns etwas Bargeld am Automaten und am MTC-Schalter gleich drei Guthaben-Voucher für unsere im Vorfeld besorgte, namibische Mobilfunkkarte.

Mit der aufgehenden Sonne laufen wir, das Gepäck geschultert, in Richtung Autovermietung. Das Eingangstor ist noch geschlossen und wird erst pünktlich um 8 Uhr (+ 10 afrikanische Minuten) geöffnet. Was dann folgt, ist eine fast dreieinhalbstündige Demonstration afrikanischer Gelassenheit. Die reine Fahrzeugübernahme und -einweisung hätte man durchaus in einer halben Stunde erledigen können, doch der Camper musste erst noch gereinigt und mit dem vorgesehenen Inventar bestückt werden. Geduldig harren wir der Dinge und kommen dadurch in den Genuss, vom Stress geplagte, umherhetzende Reisende zu beobachten.

Kurz vor Zwölf können wir den Hof verlassen und fahren, überhaupt das erste Mal, im Linksverkehr in Richtung Windhoek. Erste Aufgabe dort ist ein Großeinkauf im „Superspar“. Hier bekommen wir alles, was auf unserer (leider daheim vergessenen) Einkaufsliste steht. Nur auf alkoholische Getränke müssen wir leider verzichten, da deren Verkauf an Sonn- und Feiertagen in Namibia verboten ist. Macht aber nichts, wir haben ja im Duty-Free-Shop vorgesorgt. Gegen 14:30 Uhr verlassen wir die Stadt und die befestigten Straßen südostwärts, hin zur ersten Campsite. Immer dabei: reichlich Schotter unter allen Rädern.

Nach gut zwei Stunden Fahrt durch eine überraschend grüne Buschsavanne und sanft hügelige Landschaft erreichen wir die Ankawini Ranch. Dort werden wir schon erwartet und sehr freundlich empfangen. Anton, der Farmbesitzer, zeigt uns vorausfahrend den Weg zur Campsite und gibt uns noch einige wichtige Informationen mit an die Hand. Kurze Zeit später sind wir mitten im Busch, völlig allein und keine weiteren Camper oder Menschen überhaupt weit und breit. Absolut begeistert von der Umgebung könne wir sagen: Wir sind angekommen!

Eigentlich ist uns jetzt nach einer ausgiebigen Dusche, doch vor dem nassen Vergnügen braucht es noch etwas Vorarbeit. Zur Heißwassergewinnung muss erst der Ofen, der sogenannte „Donkey“, angeheizt werden. Holz ist genügend bereitgestellt, also können wir richtig gut einheizen. Nebenbei entzünden wir auch gleich das Feuer für den abendlichen „Braai“ (Variante des Grillens im südlichen Afrika), auf dem wir uns leckere Fleischspieße zubereiten.

Geduscht und satt genießen wir noch einen Moment den namibischen Sternenhimmel bei einem Glas Rotwein, bevor wir müde aber glücklich in unseren Schlafsäcken verschwinden.

Tagesetappe : 125 km

Tagesziel: Camp Porosa – Ankawini Ranch (Link)


11.Mai 2018

Nach erholsamen zehn Stunden Schlaf erwachen wir kurz vor Sonnenaufgang. Draußen ist es noch ziemlich frisch und erst ein heißer Kaffee bringt uns langsam auf Betriebstemperatur. Während wir frühstücken erhebt sich langsam die Sonne über den nahen Berg und verbreitet angenehme Wärme.

Bevor wir zum nächsten Ziel aufbrechen, bringen wir erst mal etwas Grundordnung in unseren Camper. Die Fototechnik wir vorbereitet und auf dem Weg zum Hauptgebäude der Farm auch gleich eingesetzt. Wir verabschieden uns von Anton, bezahlen unsere Campsite und erfahren noch einiges über die Pläne auf dem Farmgelände. Wir sind uns einig, hier kann man es durchaus auch länger aushalten und wird sicher irgendwann wieder besucht. Unsere Fahrt führt uns nun weiter südwärts, jedoch meiden wir die Hauptverbindung B1 und nutzen stattdessen die Gravelroads der C- und D- Straßen.

Unser erster Anlaufpunkt ist ein kleiner Laden entlang der Strecke um ein paar alkoholische Getränke zu besorgen. Im Laden selbst finden wir allerlei Grundnahrungsmittel und eine kleine Auswahl an Bier und Cider. Etwas enttäuscht fragen wir an der Kasse, im besten Englisch, nach Wein. Die freundliche Dame fragt sofort nach unserer Herkunft und spricht daraufhin in bestem Deutsch weiter. Danach kramt sie einen riesigen Schlüssel hervor und führt uns ins geheime, gut gesicherte Spirituosenlager. Während sie uns bei der Auswahl der Weine behilflich ist, erfahren wir einiges über sie selbst. Die nette Dame gehört zur Völkergruppe der Nama und während ihrer Tätigkeit als Verkäuferin hat sie die deutsche Sprache von den Touristen gelernt. Wir sind beeindruckt und setzen unsere Fahrt fort.

Die Landschaft ändert sich nun ständig. Von Buschsavanne, durch flache Ebenen mit vereinzelten Bäumen kommen wir der Kalahari mit spärlichem Bewuchs immer näher. Unterwegs stoppten wir kurz, um den so genannten Hindenburgturm in Augenschein zu nehmen. Dieser Turm wurde 1915 von den dort ansässigen Farmern während der Rebellion der Baster errichtet. Er ist das letzte koloniale Bauwerk in Namibia.

Am späten Nachmittag erreichen wir die heutige Campsite auf dem Gelände der Kalahari Anib Lodge und gönnen uns direkt nach der Ankunft erstmal ein kühles Savanna.

Tagesetappe : 272 km

Tagesziel: Kalahari Anib Lodge Campsite  (Link)


12. Mai 2018

Am Morgen vor der Abreise war noch Zeit für eine kurze Wanderung auf Farm, die auch den Fund eines Geocaches mit sich brachte. Die Campsite war gut (eigenes Bad überdachte Sitzgelegenheit mit eigener Feuerstelle), ebenso die vorgefundene Aussicht für einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Die Tagesetappe führte uns dann an einem Denkmal und den Gräbern bei Gochas vorbei, die uns dazu inspirierten, hier einen eigenen Geocache zu platzieren. Dann ging die Fahrt weiter durch das grüne Auobtal. 

Am späten Nachmittag erreichten wir die anvisierte Campsite. Bei einem kühlen Cider an der Bar wurden die Formalitäten erledigt. Der Stellplatz war top, mit bestem Ausblick. Endlich wieder Wasser im eigenen Donkey heiß machen. Ja, wir haben Feuer gemacht.

Einziger Wermutstropfen war das fehlende Grillgitter, welches eigentlich im Camper hätte sein sollen. Also ein zusätzlicher Posten auf unserer nächsten Einkaufsliste.

Tagesetappe: 277 km

Tagesziel: Kalahari Game Lodge Campsite (Link)


13. Mai 2018

Der Tag begann früh, jedoch nicht ohne die obligatorische Tasse frisch gebrühten Kaffees. Früh deshalb, da für heute Morgen Löwentracking angesagt war. Diesmal nicht als Selbstfahrer, sondern in kleiner Gruppe. Der dafür zu leistende, finanzielle Beitrag hielt sich mit 660 NAD/Person im absolut fairen Rahmen, denn es war ein in jeder Hinsicht lohnenswertes Erlebnis. 

Den Nachmittag nutzten wir, um an der Rezeption ein paar Akkus aufzuladen und die damit verbundene Wartezeit mit einem kühlen Getränk zu überbrücken.

Erholung und Entspannung muss auch mal sein und am besten gelingt dies, wenn wir ein Feuer entzünden und in aller Ruhe etwas Fleisch und Gemüse darauf zubereiten.

Tagesetappe: 0 km


14. Mai 2018

In aller Ruhe starteten wir in den Tag, checkten aus und begaben uns auf die Piste mit dem Ziel Mesosaurus Fossil Camp.  Die Landschaft war durchaus beeindruckend, denn es ging immer über rote Dünen auf und ab. 

Zu erledigen gab es dabei natürlich auch noch was. Das Fehlen des Grillgitters konnte durch den Erwerb eines neuen in Koes kompensiert werden. Pause wurde unterwegs immer dann gemacht, wenn es etwas zu sehen oder zu bestaunen gab, wie zum Beispiel unter einem riesigem Webervogelnest. 

Landschaftlich war die heutige Etappe auch was fürs Auge. Erst roter Sand und Dünen, dann graue Weite, wohin man schaute (kleine Salzpfanne) und kurz vorm Ziel immer größer werdende, dunkle Steine, zwischen denen die ersten Köcherbäume zum Vorschein kamen.

An unserem Stellplatz waren wir nicht allein, ein riesiges Webervogelnest sollte für die nächsten zwei Nächte und Tage unser direkter Nachbar sein. 

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns einen Sundowner auf dem höchsten Punkt, zwischen Köcherbäumen, Steinen und einem fantastischen Ausblick. 

Nachdem das letzte Tageslicht erloschen war, machten wir unsere ersten Versuche, die Milchstraße fotografisch festzuhalten. 

Tagesetappe: 257 km

Tagesziel: Mesosaurus Fossil Camp (Link)


15. Mai 2018

Heute war ein weiterer „Ruhetag“ vorgesehen. Primär, um eventuell ein wenig Wäsche zu waschen und zu trocknen, denn die Kapazität der Tasche ist bekanntlich begrenzt.

Das Mesosaurus Fossil Camp ist urig aber für unsere Ansprüche völlig ausreichend. Es gibt alles, was wir brauchen und die unmittelbare Umgebung bietet mehr als ausreichend Gelegenheit, unserem Hobby, der Fotografie, nachzugehen. 

Für den Nachmittag hatten wir bereits am Vortag die farmeigene Fossilientour gebucht. Dies bedeutete, dass wir mit unserem eigenen Fahrzeug eine geführte Runde über die Farm drehen durften und dabei die auf der Farm gefundenen und noch vorhandenen Fossilien gezeigt bekamen. Nebenbei zeigte uns unser Gastgeber noch die vorhanden Gräber, klingende Steine und reichlich Köcherbäume. Wenn man einmal hier übernachtet, sollte man diese Tour durchaus mitmachen. Es lohnt sich. 

Tagesetappe: 10 km


16. Mai 2018

Wir verabschiedeten uns nicht allzu spät von den Fossilien und Köcherbäumen, denn als Tagesziel war ein Besuch des Fish River Canyon eingeplant. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es waren einfach zu viele Punkte auf der Strecke, die einen mal kürzeren, mal etwas längeren Aufenthalt notwendig machten.

Nachschub besorgen in Keetmanshoop, keine große Sache. Weiter ging’s zum Naute-Damm (Stausee vom Fluss Löwen), an dem, zwecks Fotografieren, die Pause schon etwas länger dauerte.

Was danach folgte, brachte den Zeitplan dann aber völlig zum Erliegen. Apfelstrudel! Und zwar der beste in Namibia. Die kleine Oase Canyon Farm Yard (-27.215920, 17.908962) lag direkt an unserem Weg und die Werbung für den hier zu bekommenden Apfelstrudel war schon von weiten zu sehen.

Da mussten wir einfach zuschlagen und es war die absolut richtige Entscheidung. Bei einem Stück frischen, warmen Apfelstrudel mit Schlagsahne, dazu ein frischer French-Press-Cafe, konnte einfach keine Hektik aufkommen und so wurde unser Tagesplan angepasst. Der Fish River Canyon muss bis morgen Früh warten. Zum Sonnenaufgang sicher auch kein schlechtes Ziel.

So verging durchaus eine Stunde oder etwas mehr, bis wir wieder auf der Piste waren. Da der weitere Ablauf heute ohnehin gekippt war, konnten wir auch noch einen Geocache mit der Terrain-Wertung T5 suchen und finden.

Unser Übernachtungsziel, das Canyon Roadhouse, war kurz darauf erreicht und in dem hauseigenen Lokal mit dem besonderen Ambiente gönnten wir uns erstmal ein kühles Savanna.

Die Campsite war klein, zweckmäßig ausgestattet, dafür aber mit eigenem Stromanschluss. Wohlgefühlt haben wir uns trotzdem, denn heute gab es Kudu-Filet, frisch vom eigenen Grill.

Tagesetappe: 185 km

Tagesziel: Canyon Roadhouse Campsite (Link)


17. Mai 2018

Nicht allzu spät war Aufbruch angesagt, wollten wir doch direkt nach Öffnung des Gates zum Canyon hinfahren, die Aussicht genießen und direkt am Viewpoint einen frisch zubereiteten Kaffee genießen.

Dummerweise führte uns der Weg zu unserem heutigen Ziel, der Klein Aus Vista Desert Horse Campsite, wieder direkt am warmen Apfelstrudel vorbei. Was bleibt einem da anderes übrig, als sich dieser Leckerei erneut hinzugeben? Auch wenn heute eine längere Strecke vor uns lag, Apfelstrudel musste sein.

In Kuibis deckten wir uns mit verschiedenen Sorten Biltong ein. Auch so eine Leckerei, an der wir nur schwer vorbeigehen können.  

In Aus war es dann mal Zeit, den Dieseltank aufzufüllen. Bezahlen konnten wir hier sogar mit Karte.

Nach dem Check-in bezogen wir Position auf der uns zugewiesenen Campsite. Diese wirkte zwar etwas beengt, aber durch vorhandene, natürliche Abtrennungen war man doch für sich. Ein kleines aber durchaus beschauliches Plätzchen. 

Vor dem Abendessen war noch Zeit, einen Trail hinauf auf einen der Gipfel zu erwandern. Die Aussicht war grandios und offenbarte uns, dass es bald regnen sollte. Sehr bald! 

Was folgte waren Sturm und Regen, der natürlich begann, wie das Essen fast fertig gegrillt war. Aber Camping ist Camping und somit gab es keine Ausreden. Es wurde im Regen fertig gegrillt.

Tagesetappe: 378 km

Tagesziel: Klein Aus Vista Desert Horse Campsite (Link)  


18. Mai 2018

Der Regen, der sich am Vorabend angekündigt und dann auch eingestellt hatte, war auch heute Morgen unverändert dabei, der vorhandenen Flora und Fauna unvermindert das so lange ersehnte Nass zu spenden.

Abreisen mussten wir trotzdem, doch nicht ohne vorher noch einen Abstecher in die Geisterschlucht zu unternehmen. Zu bestaunen gab es hier ein altes Auto, das seine ganz eigene Geschichte hat und nebenbei hielt es auch einen weiteren Geocache für uns parat. 

Kurz hinter Aus ergab sich am alten Bahnhof Garub ein spontaner Fototermin. Unsere Etappen waren ja ohnehin immer so geplant, dass wir solche Gelegenheiten nutzen konnten, ohne unter irgendwelchen Zeitdruck zu geraten. 

Was dann folgte, war zu Küste hin immer mehr zunehmender Regen. Wir erreichten Lüderitz und erlebten eine Stadt, in der sich Seitenstraßen in Schlammpisten verwandelten und von den höher gelegenen Straßen kleine und auch größere Rinnsale hinabstürzten.

Da noch Zeit war, etwas zu unternehmen, beschlossen wir, uns bis zum Diaz Point vorzukämpfen. Kämpfen ist hier durchaus wörtlich zu verstehen, war die Straße bisweilen knöchelhoch verschlammt oder stand gar völlig unter Wasser. 

Kurzum, es war ein großer Spaß, der sich aber gelohnt hat. Völlig einsam konnten wir uns am Diaz Point umsehen, Robben beobachten und Fotos machen. 

Unser eigentliches Tagesziel, die Shark Island Campsite Lüderitz, stand komplett unter Wasser. Der Strom war ausgefallen, die sanitären Einrichtungen nicht nutzbar.

Der „Platzwart“ bot uns aber an, für ein paar wenige NAD Aufpreis, in einem nahe gelegenen Bungalow übernachten zu können. Gern nahmen wir dieses Angebot an, konnten ein paar Sachen trocknen, kochen, heiß duschen und in einem richtigen Bett übernachten.

Tagesetappe: 190 km

Tagesziel: Shark Island Campsite Lüderitz (Link)


19. Mai 2018

Dieser Tag sollte mit einem der bekanntesten Highlights Namibias beginnen. Ein Besuch in Kolmannskuppe, der verlassenen Siedlung der Diamantensucher. Wir entschieden uns dazu, diesen Lost Place selbst zu erkunden und keine geführte Tour zu machen. Es war in jedem Fall imposant anzusehen, wie die Wüste sich diese Siedlung zurückerobert und dadurch zahlreiche Fotomotive bietet.

Auf der weiteren Strecke zu unserem heutigen Ziel, der Kanaan Desert Retreat Campsite, wollten wir uns eigentlich die Wilden Pferde ansehen, doch durch den Regen des letzten Tages war rings um das Wasserloch weit und breit keines der wilden Tiere zu entdecken.

Dafür gab es auf dem Kriegsgräber-Friedhof in Aus ein kleines Stück Geschichte zu erleben.

Wir hatten uns dafür entschieden, die landschaftlich reizvollere Strecke über die D707 hin zu unserem Tagesziel zu wählen. Beim Erreichen unserer Campsite waren wir uns einig, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Ein wirklich imposanter Ausblick bot sich von unserem Stellplatz aus. 

Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann aber doch noch. Warmes Wasser gab es nur mittels Solarenergie und da es die Tage vorher geregnet und bewölkt war, war die Wassertemperatur eher als frisch zu bezeichnen. Die konnte das Gesamterlebnis aber in keiner Weise trüben.

Tagesetappe: 274 km

Tagesziel: Kanaan Desert Retreat Campsite (Link)


20. Mai 2018

Heute war ein weiterer „Ruhetag“ angesagt, was nichts anderes bedeutete, als in Ruhe den Sonnenaufgang bei einem frisch Gebrühten zu genießen, zu entspannen und einfach mal nichts zu tun.

Der Nachmittag gehörte dann den Geparden. Wir hatten eine Fütterung in dem hauseigenen Reservat gebucht, ein Erlebnis in vielerlei Hinsicht. Zum einen, konnten wir diesen schönen Tieren sehr nahe kommen und zum anderen, hatte sich eine Gruppe chinesischer Touris ebenfalls für diese Fütterung entschieden. Mit High Heels, Sonnenschirm und Selfie-Sticks ausgestattet, war dies ein etwas anderes Equipment als das unsere. 

Kulinarischer Abschluss des Tages war dann der Versuch, auf dem Grill Brot zu backen. Das Ergebnis war, sagen wir mal, „genießbar“.

Tagesetappe : 0 km


21. Mai 2018

Von unserer Campsite aus waren in weiter Ferne am Horizont die roten Dünen schon sichtbar, doch heute sollte uns unser Weg genau dorthin führen.

Einen kleinen Abstecher machten wir dann aber doch noch. Das Duwisib Castle wollten wir einfach mal kurz in Augenschein nehmen. Ein schon fast skurriler Anblick, wenn inmitten dieser Ödnis ein solches Bauwerk auftaucht. Abgerundet wurde unser Kurzbesuch mit dem Fund des hier platzierten Geocaches.

Weiter ging es, hin zu unserem Tagesziel. Die Sesriem Campsite NWR hatten wir vorgebucht und waren dann, trotz der Größe der Anlage, von unserem Stellplatz positiv überrascht. Am Rand der Dünen liegend kam nie das Gefühl auf, mittendrin zu sein.

Der späte Nachmittag sollte dennoch nicht ungenutzt bleiben, die Elim Düne wartete auf einen Besuch unsererseits. Fast schon ein Geheimtipp, wenn man feststellt, hier völlig allein durch und über die Düne gehen und dabei in aller Ruhe fotografieren zu können. 

Das tierische Highlight des Abends war dann eine Oryxantilope, die einfach mal im Galopp die Campsite durchstreifte, getreu dem Motto: Tiere haben Vorfahrt!

Tagesetappe: 273 km

Tagesziel: Sesriem Campsite NWR (Link) 


22. Mai 2018

Die nächtlich wahrgenommenen Geräusche wurden dann am Morgen nach dem Aufstehen erklärt. Wir hatten unseren Müll vom Abend in einem leeren 5-Liter-Wasserbehälter gesammelt und diesen vergessen, in einer Mülltonne zu entsorgen. So hatten Schakale die Gelegenheit, den Plastikbehälter aufzureißen und den Inhalt über die Campsite zu verteilen. Nochmals wird uns das sicher nicht passieren.

Aufgestanden wurde heute übrigens sehr zeitig, denn hin zum Sossusvlei mussten noch gute 60 Kilometer durch den Nationalpark zurückgelegt werden und die Sonne wartet nicht damit, pünktlich aufzugehen. Am Gate offenbarte sich dann, wir hätten es eigentlich besser wissen müssen, ein typisches (deutsches) Touristen-Phänomen. Jeder wollte der erste sein, es wurde ungeduldig gedrängelt, gemeckert und nach dem Öffnen losgestürzt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Gewiss ist ein Sonnenaufgang im Sossusvlei, dem Dead Vlei oder auf den Dünen etwas Besonderes, aber die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h bezogen die meisten wohl auf nur eine Achse ihrer Fahrzeuge.

Daher entschieden wir uns bewusst dafür, nicht „das“ Sossusvlei anzusteuern, sondern das Hidden Vlei als Ziel auszuwählen. Im Gegensatz zum touristisch überlaufenen Sossusvlei präsentierte sich das Hidden Vlei nahezu menschenleer, ist zu Fuß vom Parkplatz aus gut erreichbar und bietet mindestens die gleichen Möglichkeiten, sich fotografisch auszuleben.

Den Rückweg nutzten wir dann noch für einen kurzen Stopp an der Düne 45, an der zu dieser Tageszeit die Menschenströme bereits abgeflossen waren. 

Wir verließen den Nationalpark, setzten unsere Reise fort, nicht aber ohne im Tsauchab River Camp eine Kaffeepause einzulegen. Für Kunstfreunde fast schon ein Muss, präsentiert der Besitzer jedem seine selbst kreierten Kunstwerke aus jeder Art von Metall.

Der Naukluft Mountain Zebra Park war unser Ziel für heute. Hier war für morgen ein weiterer „Ruhetag“ vorgesehen und außerdem konnten wir an der Rezeption das Permit für Mirabib & die Blutkuppe erhalten.

Tagesetappe: 246 km

Tagesziel: Naukluft Campsite NWR (Link)


23. Mai 2018

Die Campsite war eher typisch NWR, das bedeutet, sie ist dann doch für ein paar mehr Leute ausgelegt. Dennoch kann jeder einen Platz finden, an dem er relativ ungestört für sich sein kann. Warmes Wasser gab es nur bei den Damen, aber „Who cares?“, hinter einer verschlossenen Tür sieht dich eh keiner.

Eine Aktivität sollte es aber heute unbedingt sein. Wir machten uns auf den Waterkloof-Trail. Eine Wanderung, die wir jedem nur wärmstens ans Herz legen können. Mit 17 Kilometern sicher eine Tagesaufgabe, aber landschaftlich ein echtes Erlebnis. 

Abkühlen konnte man sich in den vorhandenen Naturpools mit glasklarem, frischem Quellwasser.

Ein wenig Hausarbeit musste dann aber doch noch sein, die schmutzigen Klamotten waschen sich schließlich nicht von allein.

Tagesetappe: 0 km


24. Mai 2018

Am heutigen Tag wurde unser Fahrzeug wieder einmal bewegt, denn das Tagesziel hieß Mirabib Campsite. Vorweg genommen genau der richtige Platz für alle, die gekommen sind, um die namibische Einsamkeit zu finden.

Unterwegs gönnten wir uns ein Stück vom wohl bekanntesten Apfelkuchen Namibias. In Solitaire wurde dieser Pflichtstopp eingelegt und der ansässigen Bäckerei ein Besuch abgestattet. 

Das landschaftliche Highlight der Strecke heute war sicher der Kuiseb Pass. Wer hier einfach durchrast und sich keine Zeit nimmt, die Umgebung zu genießen, ist eigentlich selber schuld. Wieder so ein Grund für uns, entspannte Tagesentfernungen zu wählen. 

Angekommen an der Campsite wurde schnell klar, warum dies ein so genialer Platz ist, um Namibia so zu erleben, wie man es sich vorgestellt hatte und weshalb man hierher kam. Es gab nichts außer einer Feuerstelle, einem kleinen Dach und ganz, ganz viel vom Nichts. Für uns einfach nur genial. 

Tagesetappe: 224 km

Tagesziel: Mirabib Campsite – MET-Permit erforderlich


25. Mai 2018

Dieser Tag sollte uns zu einem sehr ähnlichen Platz führen, wie den, der letzten Nacht. Die Blutkuppe war unser nächstes Etappenziel.

Der Weg brachte uns zunächst nach Swakopmund, wo wir unsere Vorräte auffrischen konnten und erleben durften, was Service an einer Tankstelle wirklich bedeuten kann. Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Mitarbeiter der Shell-Tankstelle nahezu Formel 1 tauglich sind. Kaum war der Motor aus, stürmten von allen Seiten Mitarbeiter auf das Auto zu, putzten Scheiben, füllten Diesel auf und kontrollierten den Reifendruck. Nach gefühlt 10 Sekunden war alles erledigt. Beeindruckend.

Direkt hinter Swakopmund verließen wir die Hauptstraße und folgten dem Welwitschia Drive, der uns neben vielen anderen Viewpoints auch an der so genannten Mondlandschaft vorbeiführte.

Einige der namensgebenden Pflanzen entdeckten wir auch und waren durchaus beeindruckt. 

Unsere heutige Campsite an der Blutkuppe war nicht weniger beeindruckend wie die, der letzten Nacht. Einsam, abgelegen und auf eine Feuerstelle beschränkt hatte sie alles, was wir brauchten. Für Puristen wie uns genau das Richtige.

Tagesetappe: 319 km

Tagesziel: Blutkuppe Campsite – MET-Permit erforderlich


26. Mai 2018

Da es am Morgen noch nicht ganz so heiß war, nutzten wir diese angenehme Tageszeit, um in den nahe gelegenen Tinkas Plains eine kurze Rundfahrt zu unternehmen. Zu sehen gab es einige Gräber, eine Ruine, die mal eine alte Zollstation war und zu Fuß, auf dem Sculpture Hiking Trail, wurden noch einige interessante Felsformationen entdeckt. 

Das Frühstück verschoben wir auf später und entschieden uns dafür, dass das Hotsas Waterhole eine perfekte Stelle dafür sein könnte. Leider gab es auf der tierischen Seite nicht viel zu sehen, aber das konnte auch an der fortgeschrittenen Tageszeit gelegen haben, denn es war nun schon fast Mittag und die Temperaturen entsprechend hoch.

Unser Tagesziel, das Felsencamp der Rooiklip Gästefarm, ließen wir natürlich auch nicht außer Acht, aber so weit war die heute zurückzulegende Strecke ja auch nicht. Ob es sich bei der Zufahrt tatsächlich um den Highway to Heaven handeln sollte? 

Der Empfang war sehr angenehm und wir nutzten die Zeit während eines kühlen Getränkes aus der Bar, um unsere Gastgeber Lore & Frans etwas näher kennenzulernen. Die hauseigenen Hunde begleiteten uns danach bis hin zur Campsite, die einfach wunderschön in die Felsen integriert war. Mit einer grandiosen Aussicht, absoluter Ruhe und einer Dusche direkt im natürlichen Fels, bei der man problemlos beim Duschen den Sternenhimmel beobachten kann, ist dieses Camp auch eines unserer Favoriten. 

Die letzte Aktivität des Tages war dann eine kurze Wanderung zu einigen Geocaches in der Nähe.

Tagesetappe: 167 km

Tagesziel: Felsencamp Rooiklip Gästefarm (Link)


27. Mai 2018

Heute bestand keine Eile bei der Abreise, sodass wir uns kurzerhand zu einer kleinen Wanderung auf dem Leopard Trail entschieden. Den zugehörigen Geocache konnten wir zwar nicht finden, aber wir wissen jetzt, wo er zu finden gewesen wäre. Vielleicht beim nächsten Mal.

Der Weg nach Windhoek führte über den Gamsberg-Pass, der landschaftlich nochmal ein kleines Highlight war. 

In Windhoek angekommen, standen wir erstmal im Stau. Verschiedene Straßen waren durch die Polizei gesperrt, da sich ein Tross von Staatskarossen durch die City bewegte. Aber wir hatten ja keine Eile und erreichten unser letztes Tagesziel, die Ondekaremba Campsite am späten Nachmittag.

Geplant war dieser letzte Aufenthalt dazu, die Taschen zu packen, die Reste der Vorräte zu verwerten und für den Flieger am nächsten Tag einzuchecken.

Die Campsite war O.K., sodass wir uns auch am letzten Abend wohl fühlen konnten.

Tagesetappe: 233 km

Tagesziel: Ondekaremba Campsite (Link)


28. Mai 2018

Der letzte Tag (für dieses Mal) in Namibia und unser Flug ging erst am späten Abend. Somit entschieden wir uns dafür, uns auf der Campsite kurzerhand als Tagesgast einzubuchen, um den Tag noch sinnvoll nutzen zu können.

Die letzten Dinge wurden verpackt und danach noch etwas über das Gelände gewandert. Bird-Watching war angesagt, denn dafür gab es ausgewiesene Stellen, an denen der eine oder andere gefiederte Freund auf die Speicherkarte gebannt werden konnte. 

Am Nachmittag war es dann soweit, unser Fahrzeug musste zurückgegeben werden. Die Rückgabe war im Gegensatz zur Übernahme geradezu im Handumdrehen erledigt und es wurde nichts beanstandet. Alles in allem standen bei der Rückgabe 3.440 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Der letzte Service von Britz bestand in einem Shuttle, das uns zum Flughafen transferierte.

Was jetzt noch folgte, war das Warten auf den Abflug. Aber angenehme Temperaturen, ein schöner Sonnenuntergang und eine letzte Gelegenheit, den Mond zu fotografieren, ließen die Zeit doch angenehm verstreichen.


29. Mai 2018

Der Flug war entspannt und die Ankunft in Frankfurt pünktlich. Somit blieb ausreichend Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Leipzig, um sich noch einen frischen Kaffee und ein kleines Frühstück im nicht unbekannten Restaurant mit dem goldenen „M“ zu gönnen.

1.Klasse ging es entspannt und fast ohne Verspätung zurück in die Heimat.


Fazit: 

Welches Fazit soll man ziehen, wenn man das erste Mal in Namibia unterwegs war und keinen direkten Vergleich hat? Allein die Tatsache, dass wir aktuell unsere dritte Selbstfahrer-Tour durch Namibia geplant und fest gebucht haben, sollte ein durch und durch positives Fazit erkennen lassen.

Was sich auf jeden Fall, zumindest für uns, als positiv herausgestellt hat, ist die Tatsache, dass wir eben nicht versucht haben, in der uns zur Verfügung stehenden Zeit, ganz Namibia mit all seinen Highlights in eine Reise zu packen.

Tagesetappen mit durchschnittlich 200 bis 300 Kilometern ließen uns alle Zeit der Welt, dieses wundervolle Land mit all seinen Facetten zu erleben und zu genießen. An nicht einem Tag kam irgendeine Art von Stress oder Zeitdruck auf und genau dies ist doch der tiefere Sinn von „Urlaub machen“.

Wüstenpferd?