Namibia 2018

Es gibt immer ein erstes Mal!


November 2017

Planung abgeschlossen!

Nach langem Überlegen wagten wir endlich unsere erste Selbstfahrertour durch Namibia. Hatten wir in den letzten Jahren den Großteil der Planung immer einem Reiseveranstalter übergeben, betraten wir diesmal neues Terrain und organisierten alles selbst. Angefangen bei Flug- und Mietwagenbuchung, weiter über Routenplanung und Reservierungen der Unterkünfte bis hin zur fertigen Reise, benötigen wir etwa drei Wochen. Zwischen Planung und Reisezeit lagen gut sechs Monate, was laut einem einschlägigen Forum eigentlich schon viel zu spät ist. Aber wider Erwarten bekamen wir alles genau so, wie gewünscht und geplant.

Vorläufiges Fazit: Nicht alles glauben, was irgendwo geschrieben steht. Einfach selbst ausprobieren! Etwas Geduld war gefragt, denn Antworten auf Reservierungen können schon mal etwas länger dauern, schließlich ist Internet nicht überall und zu jeder Zeit verfügbar.

Wir hatten uns bewusst gegen eine typische

Ersttätertour – Ganz Namibia in zwei Wochen

entschieden und uns nur auf den südlichen Teil des Landes konzentriert.

Unser Motto: den Norden machen wir beim nächsten Mal, er läuft uns ja nicht weg.


Von der Idee zur Umsetzung

  • Direktflug mit Air Namibia ab Frankfurt/Main und zurück
  • Anreise nach Frankfurt mit der Deutschen Bahn
  • Als Mietwagen bevorzugten wir, als blutige Selbstfahreranfänger, einen Bushcamper mit eingebauter Not-Toilette. Wie überflüssig diese noch sein würde, zeigte sich erst später während der Reise. Über CamperDays buchten wir einen Britz Navi 4×4, komplette Campingausstattung inklusive, zu einem recht günstigen Preis.

In unserer Planung hatten wir folgende namibische Highlights in einen Zeitraum von 19 Tagen vor Ort verbaut:

  • Kalahari inklusive Löwen-Tracking
  • Köcherbaumwald
  • Fish River Canyon
  • Lüderitz mit Diaz Point
  • Kolmannskuppe
  • Namib Wüste – Geparden auf Kanaan
  • Sossusvlei
  • Naukluft Mountain Zebra Park
  • Namib Naukluft NP mit Mirabib und Blutkuppe
  • Welwitschia Drive
  • Gamsberg
  • Windhoek und Swakopmund, um Vorräte zu beschaffen

Die Route und weitere Infos bekommt ihr >>HIER<<


November 2017 bis April 2018     

Vorbereitungen   

  • Flüge buchen
  • Fahrzeug reservieren
  • Campsites reservieren/buchen
  • Internationalen Führerschein besorgen
  • Impfungen auffrischen
  • Reiseapotheke zusammenstellen
  • Haustierversorgung organisieren

… und warten!


09.Mai 2018

Das lange Warten hat endlich ein Ende. Früh am Morgen geht es per Deutscher Bahn nach Frankfurt/M. Flughafen. Da wir noch sehr viel Zeit bis zum Abflug haben, vertreten wir uns in der näheren Umgebung des Airports noch etwas die Beine und finden am Terminal 2 einen Asia-Imbiss, an dem wir uns eine sehr leckere Kleinigkeit fernöstlicher Küche gönnen.

Am Check-In Schalter ist nicht viel los und auch an der  Gepäckkontrolle geht es trotz Sprengstoffkontrolle der Fotoausrüstung recht zügig voran. Nach einer kleinen (W)Einkaufsrunde im Duty-Free und kurzer Wartezeit steht unser Flugzeug zum Einsteigen bereit. Die Maschine ist nicht ganz ausgebucht und wir können es uns jeweils über zwei Sitze hinweg gemütlich machen. Pünktlich starten wir nun in Richtung Namibia!

An Bord nehmen wir als Willkommenstrunk ein „Tafel Lager“ und schließen das servierte Essen mit einem Fläschchen Rotwein in der Hoffnung ab, danach ein wenig schlafen zu können.


10.Mai 2018

Das Licht an Bord wird recht unvermittelt eingeschaltet und der Service beginnt mit den Frühstücksvorbereitungen. Wir erwachen aus einem unruhigen Schlaf und bis zur Landung ist es noch eine gute Stunde, welche aber mit dem Verzehr des gereichten Frühstücks schnell vergeht. Es ist noch stockfinster, als das Flugzeug in Windhoek landet. Bei dem kurzen Fußmarsch vom Flugzeug hin zur Abfertigungshalle weht uns ein doch recht kühles Lüftchen um die Nase und vertreibt so auch die letzte Müdigkeit. Die Einreiseformalitäten sind erstaunlich schnell erledigt und so warten wir an der Gepäckausgabe auf unsere Taschen. Wir nehmen es gelassen, beobachten das hektische Treiben der anderen Reisenden und irgendwann erscheint dann auch unser Gepäck auf dem Band. Wir besorgen uns etwas Bargeld am Automaten und am MTC-Schalter gleich drei Guthaben-Voucher für unsere im Vorfeld besorgte, namibische Mobilfunkkarte.

Mit der aufgehenden Sonne laufen wir, das Gepäck geschultert, in Richtung Autovermietung. Das Eingangstor ist noch geschlossen und wird erst pünktlich um 8 Uhr (+ 10 afrikanische Minuten) geöffnet. Was dann folgt, ist eine fast dreieinhalbstündige Demonstration afrikanischer Gelassenheit. Die reine Fahrzeugübernahme und -einweisung hätte man durchaus in einer halben Stunde erledigen können, doch der Camper musste erst noch gereinigt und mit dem vorgesehenen Inventar bestückt werden. Geduldig harren wir der Dinge und kommen dadurch in den Genuss, vom Stress geplagte, umherhetzende Reisende zu beobachten.

Kurz vor Zwölf können wir den Hof verlassen und fahren, überhaupt das erste Mal, im Linksverkehr in Richtung Windhoek. Erste Aufgabe dort ist ein Großeinkauf im „Superspar“. Hier bekommen wir alles, was auf unserer (leider daheim vergessenen) Einkaufsliste steht. Nur auf alkoholische Getränke müssen wir leider verzichten, da deren Verkauf an Sonn- und Feiertagen in Namibia verboten ist. Macht aber nichts, wir haben ja im Duty-Free-Shop vorgesorgt. Gegen 14:30 Uhr verlassen wir die Stadt und die befestigten Straßen südostwärts, hin zur ersten Campsite. Immer dabei: reichlich Schotter unter allen Rädern.

Nach gut zwei Stunden Fahrt durch eine überraschend grüne Buschsavanne und sanft hügelige Landschaft erreichen wir die Ankawini Ranch. Dort werden wir schon erwartet und sehr freundlich empfangen. Anton, der Farmbesitzer, zeigt uns vorausfahrend den Weg zur Campsite und gibt uns noch einige wichtige Informationen mit an die Hand. Kurze Zeit später sind wir mitten im Busch, völlig allein und keine weiteren Camper oder Menschen überhaupt weit und breit. Absolut begeistert von der Umgebung könne wir sagen: Wir sind angekommen!

Eigentlich ist uns jetzt nach einer ausgiebigen Dusche, doch vor dem nassen Vergnügen braucht es noch etwas Vorarbeit. Zur Heißwassergewinnung muss erst der Ofen, der sogenannte „Donkey“, angeheizt werden. Holz ist genügend bereitgestellt, also können wir richtig gut einheizen. Nebenbei entzünden wir auch gleich das Feuer für den abendlichen „Braai“ (Variante des Grillens im südlichen Afrika), auf dem wir uns leckere Fleischspieße zubereiten.

Geduscht und satt genießen wir noch einen Moment den namibischen Sternenhimmel bei einem Glas Rotwein, bevor wir müde aber glücklich in unseren Schlafsäcken verschwinden.

Tagesetappe : 125 km

Tagesziel: Camp Porosa – Ankawini Ranch (Link)


11.Mai 2018

Nach erholsamen zehn Stunden Schlaf erwachen wir kurz vor Sonnenaufgang. Draußen ist es noch ziemlich frisch und erst ein heißer Kaffee bringt uns langsam auf Betriebstemperatur. Während wir frühstücken erhebt sich langsam die Sonne über den nahen Berg und verbreitet angenehme Wärme.

Bevor wir zum nächsten Ziel aufbrechen, bringen wir erst mal etwas Grundordnung in unseren Camper. Die Fototechnik wir vorbereitet und auf dem Weg zum Hauptgebäude der Farm auch gleich eingesetzt. Wir verabschieden uns von Anton, bezahlen unsere Campsite und erfahren noch einiges über die Pläne auf dem Farmgelände. Wir sind uns einig, hier kann man es durchaus auch länger aushalten und wird sicher irgendwann wieder besucht. Unsere Fahrt führt uns nun weiter südwärts, jedoch meiden wir die Hauptverbindung B1 und nutzen stattdessen die Gravelroads der C- und D- Straßen.

Unser erster Anlaufpunkt ist ein kleiner Laden entlang der Strecke um ein paar alkoholische Getränke zu besorgen. Im Laden selbst finden wir allerlei Grundnahrungsmittel und eine kleine Auswahl an Bier und Cider. Etwas enttäuscht fragen wir an der Kasse, im besten Englisch, nach Wein. Die freundliche Dame fragt sofort nach unserer Herkunft und spricht daraufhin in bestem Deutsch weiter. Danach kramt sie einen riesigen Schlüssel hervor und führt uns ins geheime, gut gesicherte Spirituosenlager. Während sie uns bei der Auswahl der Weine behilflich ist, erfahren wir einiges über sie selbst. Die nette Dame gehört zur Völkergruppe der Nama und während ihrer Tätigkeit als Verkäuferin hat sie die deutsche Sprache von den Touristen gelernt. Wir sind beeindruckt und setzen unsere Fahrt fort.

Die Landschaft ändert sich nun ständig. Von Buschsavanne, durch flache Ebenen mit vereinzelten Bäumen kommen wir der Kalahari mit spärlichem Bewuchs immer näher. Unterwegs stoppten wir kurz, um den so genannten Hindenburgturm in Augenschein zu nehmen. Dieser Turm wurde 1915 von den dort ansässigen Farmern während der Rebellion der Baster errichtet. Er ist das letzte koloniale Bauwerk in Namibia.

Am späten Nachmittag erreichen wir die heutige Campsite auf dem Gelände der Kalahari Anib Lodge und gönnen uns direkt nach der Ankunft erstmal ein kühles Savanna.

Tagesetappe : 272 km

Tagesziel: Kalahari Anib Lodge Campsite  (Link)


12. Mai 2018

Am Morgen vor der Abreise war noch Zeit für eine kurze Wanderung auf Farm, die auch den Fund eines Geocaches mit sich brachte. Die Campsite war gut (eigenes Bad überdachte Sitzgelegenheit mit eigener Feuerstelle), ebenso die vorgefundene Aussicht für einen wunderschönen Sonnenuntergang.

Die Tagesetappe führte uns dann an einem Denkmal und den Gräbern bei Gochas vorbei, die uns dazu inspirierten, hier einen eigenen Geocache zu platzieren. Dann ging die Fahrt weiter durch das grüne Auobtal. 

Am späten Nachmittag erreichten wir die anvisierte Campsite. Bei einem kühlen Cider an der Bar wurden die Formalitäten erledigt. Der Stellplatz war top, mit bestem Ausblick. Endlich wieder Wasser im eigenen Donkey heiß machen. Ja, wir haben Feuer gemacht.

Einziger Wermutstropfen war das fehlende Grillgitter, welches eigentlich im Camper hätte sein sollen. Also ein zusätzlicher Posten auf unserer nächsten Einkaufsliste.

Tagesetappe: 277 km

Tagesziel: Kalahari Game Lodge Campsite (Link)


13. Mai 2018

Der Tag begann früh, jedoch nicht ohne die obligatorische Tasse frisch gebrühten Kaffees. Früh deshalb, da für heute Morgen Löwentracking angesagt war. Diesmal nicht als Selbstfahrer, sondern in kleiner Gruppe. Der dafür zu leistende, finanzielle Beitrag hielt sich mit 660 NAD/Person im absolut fairen Rahmen, denn es war ein in jeder Hinsicht lohnenswertes Erlebnis. 

Den Nachmittag nutzten wir, um an der Rezeption ein paar Akkus aufzuladen und die damit verbundene Wartezeit mit einem kühlen Getränk zu überbrücken.

Erholung und Entspannung muss auch mal sein und am besten gelingt dies, wenn wir ein Feuer entzünden und in aller Ruhe etwas Fleisch und Gemüse darauf zubereiten.

Tagesetappe: 0 km


14. Mai 2018

In aller Ruhe starteten wir in den Tag, checkten aus und begaben uns auf die Piste mit dem Ziel Mesosaurus Fossil Camp.  Die Landschaft war durchaus beeindruckend, denn es ging immer über rote Dünen auf und ab. 

Zu erledigen gab es dabei natürlich auch noch was. Das Fehlen des Grillgitters konnte durch den Erwerb eines neuen in Koes kompensiert werden. Pause wurde unterwegs immer dann gemacht, wenn es etwas zu sehen oder zu bestaunen gab, wie zum Beispiel unter einem riesigem Webervogelnest. 

Landschaftlich war die heutige Etappe auch was fürs Auge. Erst roter Sand und Dünen, dann graue Weite, wohin man schaute (kleine Salzpfanne) und kurz vorm Ziel immer größer werdende, dunkle Steine, zwischen denen die ersten Köcherbäume zum Vorschein kamen.

An unserem Stellplatz waren wir nicht allein, ein riesiges Webervogelnest sollte für die nächsten zwei Nächte und Tage unser direkter Nachbar sein. 

Zum Abschluss des Tages gönnten wir uns einen Sundowner auf dem höchsten Punkt, zwischen Köcherbäumen, Steinen und einem fantastischen Ausblick. 

Nachdem das letzte Tageslicht erloschen war, machten wir unsere ersten Versuche, die Milchstraße fotografisch festzuhalten. 

Tagesetappe: 257 km

Tagesziel: Mesosaurus Fossil Camp (Link)


15. Mai 2018

Heute war ein weiterer „Ruhetag“ vorgesehen. Primär, um eventuell ein wenig Wäsche zu waschen und zu trocknen, denn die Kapazität der Tasche ist bekanntlich begrenzt.

Das Mesosaurus Fossil Camp ist urig aber für unsere Ansprüche völlig ausreichend. Es gibt alles, was wir brauchen und die unmittelbare Umgebung bietet mehr als ausreichend Gelegenheit, unserem Hobby, der Fotografie, nachzugehen. 

Für den Nachmittag hatten wir bereits am Vortag die farmeigene Fossilientour gebucht. Dies bedeutete, dass wir mit unserem eigenen Fahrzeug eine geführte Runde über die Farm drehen durften und dabei die auf der Farm gefundenen und noch vorhandenen Fossilien gezeigt bekamen. Nebenbei zeigte uns unser Gastgeber noch die vorhanden Gräber, klingende Steine und reichlich Köcherbäume. Wenn man einmal hier übernachtet, sollte man diese Tour durchaus mitmachen. Es lohnt sich. 

Tagesetappe: 10 km


16. Mai 2018

Wir verabschiedeten uns nicht allzu spät von den Fossilien und Köcherbäumen, denn als Tagesziel war ein Besuch des Fish River Canyon eingeplant. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Es waren einfach zu viele Punkte auf der Strecke, die einen mal kürzeren, mal etwas längeren Aufenthalt notwendig machten.

Nachschub besorgen in Keetmanshoop, keine große Sache. Weiter ging’s zum Naute-Damm (Stausee vom Fluss Löwen), an dem, zwecks Fotografieren, die Pause schon etwas länger dauerte.

Was danach folgte, brachte den Zeitplan dann aber völlig zum Erliegen. Apfelstrudel! Und zwar der beste in Namibia. Die kleine Oase Canyon Farm Yard (-27.215920, 17.908962) lag direkt an unserem Weg und die Werbung für den hier zu bekommenden Apfelstrudel war schon von weiten zu sehen.

Da mussten wir einfach zuschlagen und es war die absolut richtige Entscheidung. Bei einem Stück frischen, warmen Apfelstrudel mit Schlagsahne, dazu ein frischer French-Press-Cafe, konnte einfach keine Hektik aufkommen und so wurde unser Tagesplan angepasst. Der Fish River Canyon muss bis morgen Früh warten. Zum Sonnenaufgang sicher auch kein schlechtes Ziel.

So verging durchaus eine Stunde oder etwas mehr, bis wir wieder auf der Piste waren. Da der weitere Ablauf heute ohnehin gekippt war, konnten wir auch noch einen Geocache mit der Terrain-Wertung T5 suchen und finden.

Unser Übernachtungsziel, das Canyon Roadhouse, war kurz darauf erreicht und in dem hauseigenen Lokal mit dem besonderen Ambiente gönnten wir uns erstmal ein kühles Savanna.

Die Campsite war klein, zweckmäßig ausgestattet, dafür aber mit eigenem Stromanschluss. Wohlgefühlt haben wir uns trotzdem, denn heute gab es Kudu-Filet, frisch vom eigenen Grill.

Tagesetappe: 185 km

Tagesziel: Canyon Roadhouse Campsite (Link)


17. Mai 2018

Nicht allzu spät war Aufbruch angesagt, wollten wir doch direkt nach Öffnung des Gates zum Canyon hinfahren, die Aussicht genießen und direkt am Viewpoint einen frisch zubereiteten Kaffee genießen.

Dummerweise führte uns der Weg zu unserem heutigen Ziel, der Klein Aus Vista Desert Horse Campsite, wieder direkt am warmen Apfelstrudel vorbei. Was bleibt einem da anderes übrig, als sich dieser Leckerei erneut hinzugeben? Auch wenn heute eine längere Strecke vor uns lag, Apfelstrudel musste sein.

In Kuibis deckten wir uns mit verschiedenen Sorten Biltong ein. Auch so eine Leckerei, an der wir nur schwer vorbeigehen können.  

In Aus war es dann mal Zeit, den Dieseltank aufzufüllen. Bezahlen konnten wir hier sogar mit Karte.

Nach dem Check-in bezogen wir Position auf der uns zugewiesenen Campsite. Diese wirkte zwar etwas beengt, aber durch vorhandene, natürliche Abtrennungen war man doch für sich. Ein kleines aber durchaus beschauliches Plätzchen. 

Vor dem Abendessen war noch Zeit, einen Trail hinauf auf einen der Gipfel zu erwandern. Die Aussicht war grandios und offenbarte uns, dass es bald regnen sollte. Sehr bald! 

Was folgte waren Sturm und Regen, der natürlich begann, wie das Essen fast fertig gegrillt war. Aber Camping ist Camping und somit gab es keine Ausreden. Es wurde im Regen fertig gegrillt.

Tagesetappe: 378 km

Tagesziel: Klein Aus Vista Desert Horse Campsite (Link)  


18. Mai 2018

Der Regen, der sich am Vorabend angekündigt und dann auch eingestellt hatte, war auch heute Morgen unverändert dabei, der vorhandenen Flora und Fauna unvermindert das so lange ersehnte Nass zu spenden.

Abreisen mussten wir trotzdem, doch nicht ohne vorher noch einen Abstecher in die Geisterschlucht zu unternehmen. Zu bestaunen gab es hier ein altes Auto, das seine ganz eigene Geschichte hat und nebenbei hielt es auch einen weiteren Geocache für uns parat. 

Kurz hinter Aus ergab sich am alten Bahnhof Garub ein spontaner Fototermin. Unsere Etappen waren ja ohnehin immer so geplant, dass wir solche Gelegenheiten nutzen konnten, ohne unter irgendwelchen Zeitdruck zu geraten. 

Was dann folgte, war zu Küste hin immer mehr zunehmender Regen. Wir erreichten Lüderitz und erlebten eine Stadt, in der sich Seitenstraßen in Schlammpisten verwandelten und von den höher gelegenen Straßen kleine und auch größere Rinnsale hinabstürzten.

Da noch Zeit war, etwas zu unternehmen, beschlossen wir, uns bis zum Diaz Point vorzukämpfen. Kämpfen ist hier durchaus wörtlich zu verstehen, war die Straße bisweilen knöchelhoch verschlammt oder stand gar völlig unter Wasser. 

Kurzum, es war ein großer Spaß, der sich aber gelohnt hat. Völlig einsam konnten wir uns am Diaz Point umsehen, Robben beobachten und Fotos machen. 

Unser eigentliches Tagesziel, die Shark Island Campsite Lüderitz, stand komplett unter Wasser. Der Strom war ausgefallen, die sanitären Einrichtungen nicht nutzbar.

Der „Platzwart“ bot uns aber an, für ein paar wenige NAD Aufpreis, in einem nahe gelegenen Bungalow übernachten zu können. Gern nahmen wir dieses Angebot an, konnten ein paar Sachen trocknen, kochen, heiß duschen und in einem richtigen Bett übernachten.

Tagesetappe: 190 km

Tagesziel: Shark Island Campsite Lüderitz (Link)


19. Mai 2018

Dieser Tag sollte mit einem der bekanntesten Highlights Namibias beginnen. Ein Besuch in Kolmannskuppe, der verlassenen Siedlung der Diamantensucher. Wir entschieden uns dazu, diesen Lost Place selbst zu erkunden und keine geführte Tour zu machen. Es war in jedem Fall imposant anzusehen, wie die Wüste sich diese Siedlung zurückerobert und dadurch zahlreiche Fotomotive bietet.

Auf der weiteren Strecke zu unserem heutigen Ziel, der Kanaan Desert Retreat Campsite, wollten wir uns eigentlich die Wilden Pferde ansehen, doch durch den Regen des letzten Tages war rings um das Wasserloch weit und breit keines der wilden Tiere zu entdecken.

Dafür gab es auf dem Kriegsgräber-Friedhof in Aus ein kleines Stück Geschichte zu erleben.

Wir hatten uns dafür entschieden, die landschaftlich reizvollere Strecke über die D707 hin zu unserem Tagesziel zu wählen. Beim Erreichen unserer Campsite waren wir uns einig, die richtige Wahl getroffen zu haben.

Ein wirklich imposanter Ausblick bot sich von unserem Stellplatz aus. 

Einen kleinen Wermutstropfen gab es dann aber doch noch. Warmes Wasser gab es nur mittels Solarenergie und da es die Tage vorher geregnet und bewölkt war, war die Wassertemperatur eher als frisch zu bezeichnen. Die konnte das Gesamterlebnis aber in keiner Weise trüben.

Tagesetappe: 274 km

Tagesziel: Kanaan Desert Retreat Campsite (Link)


20. Mai 2018

Heute war ein weiterer „Ruhetag“ angesagt, was nichts anderes bedeutete, als in Ruhe den Sonnenaufgang bei einem frisch Gebrühten zu genießen, zu entspannen und einfach mal nichts zu tun.

Der Nachmittag gehörte dann den Geparden. Wir hatten eine Fütterung in dem hauseigenen Reservat gebucht, ein Erlebnis in vielerlei Hinsicht. Zum einen, konnten wir diesen schönen Tieren sehr nahe kommen und zum anderen, hatte sich eine Gruppe chinesischer Touris ebenfalls für diese Fütterung entschieden. Mit High Heels, Sonnenschirm und Selfie-Sticks ausgestattet, war dies ein etwas anderes Equipment als das unsere. 

Kulinarischer Abschluss des Tages war dann der Versuch, auf dem Grill Brot zu backen. Das Ergebnis war, sagen wir mal, „genießbar“.

Tagesetappe : 0 km


21. Mai 2018

Von unserer Campsite aus waren in weiter Ferne am Horizont die roten Dünen schon sichtbar, doch heute sollte uns unser Weg genau dorthin führen.

Einen kleinen Abstecher machten wir dann aber doch noch. Das Duwisib Castle wollten wir einfach mal kurz in Augenschein nehmen. Ein schon fast skurriler Anblick, wenn inmitten dieser Ödnis ein solches Bauwerk auftaucht. Abgerundet wurde unser Kurzbesuch mit dem Fund des hier platzierten Geocaches.

Weiter ging es, hin zu unserem Tagesziel. Die Sesriem Campsite NWR hatten wir vorgebucht und waren dann, trotz der Größe der Anlage, von unserem Stellplatz positiv überrascht. Am Rand der Dünen liegend kam nie das Gefühl auf, mittendrin zu sein.

Der späte Nachmittag sollte dennoch nicht ungenutzt bleiben, die Elim Düne wartete auf einen Besuch unsererseits. Fast schon ein Geheimtipp, wenn man feststellt, hier völlig allein durch und über die Düne gehen und dabei in aller Ruhe fotografieren zu können. 

Das tierische Highlight des Abends war dann eine Oryxantilope, die einfach mal im Galopp die Campsite durchstreifte, getreu dem Motto: Tiere haben Vorfahrt!

Tagesetappe: 273 km

Tagesziel: Sesriem Campsite NWR (Link) 


22. Mai 2018

Die nächtlich wahrgenommenen Geräusche wurden dann am Morgen nach dem Aufstehen erklärt. Wir hatten unseren Müll vom Abend in einem leeren 5-Liter-Wasserbehälter gesammelt und diesen vergessen, in einer Mülltonne zu entsorgen. So hatten Schakale die Gelegenheit, den Plastikbehälter aufzureißen und den Inhalt über die Campsite zu verteilen. Nochmals wird uns das sicher nicht passieren.

Aufgestanden wurde heute übrigens sehr zeitig, denn hin zum Sossusvlei mussten noch gute 60 Kilometer durch den Nationalpark zurückgelegt werden und die Sonne wartet nicht damit, pünktlich aufzugehen. Am Gate offenbarte sich dann, wir hätten es eigentlich besser wissen müssen, ein typisches (deutsches) Touristen-Phänomen. Jeder wollte der erste sein, es wurde ungeduldig gedrängelt, gemeckert und nach dem Öffnen losgestürzt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Gewiss ist ein Sonnenaufgang im Sossusvlei, dem Dead Vlei oder auf den Dünen etwas Besonderes, aber die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h bezogen die meisten wohl auf nur eine Achse ihrer Fahrzeuge.

Daher entschieden wir uns bewusst dafür, nicht „das“ Sossusvlei anzusteuern, sondern das Hidden Vlei als Ziel auszuwählen. Im Gegensatz zum touristisch überlaufenen Sossusvlei präsentierte sich das Hidden Vlei nahezu menschenleer, ist zu Fuß vom Parkplatz aus gut erreichbar und bietet mindestens die gleichen Möglichkeiten, sich fotografisch auszuleben.

Den Rückweg nutzten wir dann noch für einen kurzen Stopp an der Düne 45, an der zu dieser Tageszeit die Menschenströme bereits abgeflossen waren. 

Wir verließen den Nationalpark, setzten unsere Reise fort, nicht aber ohne im Tsauchab River Camp eine Kaffeepause einzulegen. Für Kunstfreunde fast schon ein Muss, präsentiert der Besitzer jedem seine selbst kreierten Kunstwerke aus jeder Art von Metall.

Der Naukluft Mountain Zebra Park war unser Ziel für heute. Hier war für morgen ein weiterer „Ruhetag“ vorgesehen und außerdem konnten wir an der Rezeption das Permit für Mirabib & die Blutkuppe erhalten.

Tagesetappe: 246 km

Tagesziel: Naukluft Campsite NWR (Link)


23. Mai 2018

Die Campsite war eher typisch NWR, das bedeutet, sie ist dann doch für ein paar mehr Leute ausgelegt. Dennoch kann jeder einen Platz finden, an dem er relativ ungestört für sich sein kann. Warmes Wasser gab es nur bei den Damen, aber „Who cares?“, hinter einer verschlossenen Tür sieht dich eh keiner.

Eine Aktivität sollte es aber heute unbedingt sein. Wir machten uns auf den Waterkloof-Trail. Eine Wanderung, die wir jedem nur wärmstens ans Herz legen können. Mit 17 Kilometern sicher eine Tagesaufgabe, aber landschaftlich ein echtes Erlebnis. 

Abkühlen konnte man sich in den vorhandenen Naturpools mit glasklarem, frischem Quellwasser.

Ein wenig Hausarbeit musste dann aber doch noch sein, die schmutzigen Klamotten waschen sich schließlich nicht von allein.

Tagesetappe: 0 km


24. Mai 2018

Am heutigen Tag wurde unser Fahrzeug wieder einmal bewegt, denn das Tagesziel hieß Mirabib Campsite. Vorweg genommen genau der richtige Platz für alle, die gekommen sind, um die namibische Einsamkeit zu finden.

Unterwegs gönnten wir uns ein Stück vom wohl bekanntesten Apfelkuchen Namibias. In Solitaire wurde dieser Pflichtstopp eingelegt und der ansässigen Bäckerei ein Besuch abgestattet. 

Das landschaftliche Highlight der Strecke heute war sicher der Kuiseb Pass. Wer hier einfach durchrast und sich keine Zeit nimmt, die Umgebung zu genießen, ist eigentlich selber schuld. Wieder so ein Grund für uns, entspannte Tagesentfernungen zu wählen. 

Angekommen an der Campsite wurde schnell klar, warum dies ein so genialer Platz ist, um Namibia so zu erleben, wie man es sich vorgestellt hatte und weshalb man hierher kam. Es gab nichts außer einer Feuerstelle, einem kleinen Dach und ganz, ganz viel vom Nichts. Für uns einfach nur genial. 

Tagesetappe: 224 km

Tagesziel: Mirabib Campsite – MET-Permit erforderlich


25. Mai 2018

Dieser Tag sollte uns zu einem sehr ähnlichen Platz führen, wie den, der letzten Nacht. Die Blutkuppe war unser nächstes Etappenziel.

Der Weg brachte uns zunächst nach Swakopmund, wo wir unsere Vorräte auffrischen konnten und erleben durften, was Service an einer Tankstelle wirklich bedeuten kann. Zusammenfassend können wir festhalten, dass die Mitarbeiter der Shell-Tankstelle nahezu Formel 1 tauglich sind. Kaum war der Motor aus, stürmten von allen Seiten Mitarbeiter auf das Auto zu, putzten Scheiben, füllten Diesel auf und kontrollierten den Reifendruck. Nach gefühlt 10 Sekunden war alles erledigt. Beeindruckend.

Direkt hinter Swakopmund verließen wir die Hauptstraße und folgten dem Welwitschia Drive, der uns neben vielen anderen Viewpoints auch an der so genannten Mondlandschaft vorbeiführte.

Einige der namensgebenden Pflanzen entdeckten wir auch und waren durchaus beeindruckt. 

Unsere heutige Campsite an der Blutkuppe war nicht weniger beeindruckend wie die, der letzten Nacht. Einsam, abgelegen und auf eine Feuerstelle beschränkt hatte sie alles, was wir brauchten. Für Puristen wie uns genau das Richtige.

Tagesetappe: 319 km

Tagesziel: Blutkuppe Campsite – MET-Permit erforderlich


26. Mai 2018

Da es am Morgen noch nicht ganz so heiß war, nutzten wir diese angenehme Tageszeit, um in den nahe gelegenen Tinkas Plains eine kurze Rundfahrt zu unternehmen. Zu sehen gab es einige Gräber, eine Ruine, die mal eine alte Zollstation war und zu Fuß, auf dem Sculpture Hiking Trail, wurden noch einige interessante Felsformationen entdeckt. 

Das Frühstück verschoben wir auf später und entschieden uns dafür, dass das Hotsas Waterhole eine perfekte Stelle dafür sein könnte. Leider gab es auf der tierischen Seite nicht viel zu sehen, aber das konnte auch an der fortgeschrittenen Tageszeit gelegen haben, denn es war nun schon fast Mittag und die Temperaturen entsprechend hoch.

Unser Tagesziel, das Felsencamp der Rooiklip Gästefarm, ließen wir natürlich auch nicht außer Acht, aber so weit war die heute zurückzulegende Strecke ja auch nicht. Ob es sich bei der Zufahrt tatsächlich um den Highway to Heaven handeln sollte? 

Der Empfang war sehr angenehm und wir nutzten die Zeit während eines kühlen Getränkes aus der Bar, um unsere Gastgeber Lore & Frans etwas näher kennenzulernen. Die hauseigenen Hunde begleiteten uns danach bis hin zur Campsite, die einfach wunderschön in die Felsen integriert war. Mit einer grandiosen Aussicht, absoluter Ruhe und einer Dusche direkt im natürlichen Fels, bei der man problemlos beim Duschen den Sternenhimmel beobachten kann, ist dieses Camp auch eines unserer Favoriten. 

Die letzte Aktivität des Tages war dann eine kurze Wanderung zu einigen Geocaches in der Nähe.

Tagesetappe: 167 km

Tagesziel: Felsencamp Rooiklip Gästefarm (Link)


27. Mai 2018

Heute bestand keine Eile bei der Abreise, sodass wir uns kurzerhand zu einer kleinen Wanderung auf dem Leopard Trail entschieden. Den zugehörigen Geocache konnten wir zwar nicht finden, aber wir wissen jetzt, wo er zu finden gewesen wäre. Vielleicht beim nächsten Mal.

Der Weg nach Windhoek führte über den Gamsberg-Pass, der landschaftlich nochmal ein kleines Highlight war. 

In Windhoek angekommen, standen wir erstmal im Stau. Verschiedene Straßen waren durch die Polizei gesperrt, da sich ein Tross von Staatskarossen durch die City bewegte. Aber wir hatten ja keine Eile und erreichten unser letztes Tagesziel, die Ondekaremba Campsite am späten Nachmittag.

Geplant war dieser letzte Aufenthalt dazu, die Taschen zu packen, die Reste der Vorräte zu verwerten und für den Flieger am nächsten Tag einzuchecken.

Die Campsite war O.K., sodass wir uns auch am letzten Abend wohl fühlen konnten.

Tagesetappe: 233 km

Tagesziel: Ondekaremba Campsite (Link)


28. Mai 2018

Der letzte Tag (für dieses Mal) in Namibia und unser Flug ging erst am späten Abend. Somit entschieden wir uns dafür, uns auf der Campsite kurzerhand als Tagesgast einzubuchen, um den Tag noch sinnvoll nutzen zu können.

Die letzten Dinge wurden verpackt und danach noch etwas über das Gelände gewandert. Bird-Watching war angesagt, denn dafür gab es ausgewiesene Stellen, an denen der eine oder andere gefiederte Freund auf die Speicherkarte gebannt werden konnte. 

Am Nachmittag war es dann soweit, unser Fahrzeug musste zurückgegeben werden. Die Rückgabe war im Gegensatz zur Übernahme geradezu im Handumdrehen erledigt und es wurde nichts beanstandet. Alles in allem standen bei der Rückgabe 3.440 Kilometer mehr auf dem Tacho.

Der letzte Service von Britz bestand in einem Shuttle, das uns zum Flughafen transferierte.

Was jetzt noch folgte, war das Warten auf den Abflug. Aber angenehme Temperaturen, ein schöner Sonnenuntergang und eine letzte Gelegenheit, den Mond zu fotografieren, ließen die Zeit doch angenehm verstreichen.


29. Mai 2018

Der Flug war entspannt und die Ankunft in Frankfurt pünktlich. Somit blieb ausreichend Zeit bis zur Abfahrt des Zuges nach Leipzig, um sich noch einen frischen Kaffee und ein kleines Frühstück im nicht unbekannten Restaurant mit dem goldenen „M“ zu gönnen.

1.Klasse ging es entspannt und fast ohne Verspätung zurück in die Heimat.


Fazit: 

Welches Fazit soll man ziehen, wenn man das erste Mal in Namibia unterwegs war und keinen direkten Vergleich hat? Allein die Tatsache, dass wir aktuell unsere dritte Selbstfahrer-Tour durch Namibia geplant und fest gebucht haben, sollte ein durch und durch positives Fazit erkennen lassen.

Was sich auf jeden Fall, zumindest für uns, als positiv herausgestellt hat, ist die Tatsache, dass wir eben nicht versucht haben, in der uns zur Verfügung stehenden Zeit, ganz Namibia mit all seinen Highlights in eine Reise zu packen.

Tagesetappen mit durchschnittlich 200 bis 300 Kilometern ließen uns alle Zeit der Welt, dieses wundervolle Land mit all seinen Facetten zu erleben und zu genießen. An nicht einem Tag kam irgendeine Art von Stress oder Zeitdruck auf und genau dies ist doch der tiefere Sinn von „Urlaub machen“.

Wüstenpferd?

Kenia 2017

Privatsafari 

Best of Kenia „Special“ 2017


Wie alles begann…

Schon Mitte des Jahres 2016 keimte in uns der Wunsch auf, wieder nach Afrika zu reisen. Doch welches Ziel sollte es diesmal werden. Ein Route-Trip durch Namibia, ein Gorilla-Trekking in Ruanda, mal zu den Viktoriafällen oder doch wieder eine der geliebten Safaris durch Ostafrika? Nach der Kilimanjaro-Besteigung im Jahr 2015, mit anschließender Safari, fiel Tansania als Reiseziel aus. Auch die Kosten sollten sich im möglichen Rahmen bewegen, so blieben nur noch Namibia und Kenia zur Wahl. Aber auch hier war dann Recht schnell klar, der Flugpreis ist entscheidend und so landeten wir doch wieder in Kenia. Von da an standen die Flugangebote unter ständiger Beobachtung.

Als Reisezeit wählten wir Mitte Mai, zumal ja auch noch ein Geburtstag anstand und dieser in einer schönen Umgebung stattfinden sollte. Die Länge des Aufenthaltes machten wir von den Kosten abhängig, aber grob sollten es 9-12 Tage Safari werden. Die zu besuchenden Parks waren schnell eingegrenzt und für jeweils zwei Übernachtungen anvisiert, will man doch nicht ständig nur auf der Straße zubringen.

Ein grober Plan war gefasst und wir starteten die erste Anfrage einer Individuellen Safari bei verschiedenen Anbietern. Nach kurzer Zeit hatten wir auch einige Angebote auf dem Tisch, doch auch hier mussten wir feststellen, individuell stellen wir uns anders vor. So wurden uns auch Standard-Touren zu stolzen Preisen angeboten. Bei Novatours wurden wir allerdings nicht enttäuscht, wie schon die letzten Jahre war es das einzige Angebot welches unsere Wünsche ausnahmslos berücksichtigte. Einzig der Preis für zwei Personen lies uns noch einmal überlegen. Was wäre denn wenn wir noch zwei Personen für unser Vorhaben begeistern könnten? So fragten wir unsere lieben Geocacher-Freunde einmaedel&Zie26, ob denn vielleicht Interesse besteht uns zu begleiten. Nach ausreichend Bedenkzeit und einem gemeinsamen Kurzurlaub auf Kreta sagten die beiden schließlich zu. Von nun an machten wir uns an die finale Planung. Wir stimmten gemeinsam ab welche Parks wir besuchen möchten, welches Budget zur Verfügung steht und von welchem Flughafen wir ins Abenteuer starten möchten. Nach viel Recherche, einigen Überlegungen bezüglich der Ankunftszeiten in Kenia entschieden wir uns für einen Tagflug ab Berlin/Tegel und einer Übernachtung in Nairobi. So kann man entspannt und ausgeschlafen zur Safari starten. Die Flüge buchten wir in Eigenregie, zu einem recht gutem Preis und zu unserer Wunschflugzeit. Währenddessen standen wir weiterhin mit Novatours in Kontakt, um den Verlauf der Safari im Detail abzustimmen. Nach einigem hin und her war es dann endlich soweit, die Tour steht.

Reisezeitraum: 12. Mai – 24.Mai 2017
Route: Nairobi – Meru NP – Ol Pejeta Concervancy –Lake Nakuru NP - Lake Naivasha NP –Amboseli NP – Tsavo/Lumo Concervancy - Nairobi

Karte

Von diesem Zeitpunkt an lief der Countdown, 185 Tage bis zum ersehnten Tag des Reisebeginns. Täglich gab es ein update und die Tage wurden langsam aber stetig weniger. Die Zeit wurde dazu genutzt einige Vorbereitungen zu treffen. Sind die Pässe noch lange genug gültig, wie sieht der Impfstatus aus, ist die Kamera noch intakt? Es wurden Speicherkarten geleert, Akkus geladen, die Reiseapotheke aufgefrischt, die Kleidung auf Safaritauglichkeit geprüft, Reiseführer studiert und natürlich auch nach Geocaches entlang der Strecke geschaut. Der Parkplatz fürs Auto wurde gebucht und bei einem letzten Treffen die Abfahrtszeit auf ca. 3 Uhr festgelegt. Die letzte Woche vor Reisebeginn zog sich scheinbar unendlich dahin. Jeden Tag nahm die Spannung zu und man konnte es kaum noch erwarten endlich im Flugzeug Richtung Afrika zu sitzen.

Berlin Tegel

Tag X – oder „ jetzt geht’s los !“

12. Mai 2017 Leipzig – Berlin/Tegel – Amsterdam – Nairobi

Nach einer sehr kurzen Nachtruhe treffen unsere Reisebegleiter 2:30 Uhr bei uns ein. Die Taschen im Auto verstaut, geht es überpünktlich in Richtung Berlin. Da wir gut durchkommen, bleibt sogar noch etwas Zeit, um ein paar Geocaches entlang der Strecke zu suchen.

Etwas vor der geplanten Ankunft am Parkplatz, werden wir dort sehr zügig abgefertigt. Taschen raus, Auto abgestellt, alle Taschen samt Besitzer im Shuttle-Bus untergebracht, geht es auf direkten Weg zum Flughafen. Am Check In – Schalter sind wir momentan die einzigen Reisenden. Nach dem wir brav den Schlängelweg zum Schalter abgelaufen sind (die 2 Meter über den Priority Check-In sind schließlich heilig und nichts für den 0815-Fluggast), nutzen wir die Chance, unsere Sitzplätze auf der Langstrecke Amsterdam – Nairobi etwas angenehmer zu gestalten. Es gelingt, wer hätte das noch gedacht.

Anflug auf Nairobi

Mit ein paar Minuten Verspätung startet das Flugzeug Richtung Amsterdam, doch auf den weiteren Verlauf hat dies keinen großen Einfluss. Einen kurzen Aufenthalt in Amsterdam später, starten wir recht pünktlich in Richtung Nairobi. Nach einem angenehmen Flug mit vorzüglichem Service an Bord, landen wir pünktlich in Nairobi. Nach den üblichen Einreiseformalitäten, Visa und Geldwechsel, erwartet uns am Ausgang unser Fahrer. Doch dann ist die Überraschung groß, den Fahrer kennen wir doch. Rufas ist sein Name und er hat uns schon auf unserer Safari 2013 sicher durchs Land gefahren. Er bringt uns ins Oakwood Hotel, in dem wir unsere erste Nacht verbringen und verabreden uns für 7 Uhr am nächsten Morgen, um zur Safari zu starten.

Unterkunft: Oakwood Hotel Nairobi

Das Oakwood Hotel liegt im Herzen von Nairobi in der Kimathi Street. Ein kleines 3-Sterne-Hotel mit 20 Zimmern, im Inneren mit viel traditionellen Holz dekoriert, welches dem Hotel den Namen gab. Das Highlight ist hier mit Sicherheit der rustikale Fahrstuhl. In Deutschland würde jeder TÜV-Mitarbeiter die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und das Gefährt umgehend stilllegen. Die Zimmer wirken sehr abgewohnt und die besten Zeiten des Hotels sind schon lange vorbei. Doch für einen kurze Nacht musste es reichen.
Oakwood Hotel Nairobi
Nairobi

Nairobi - Kenias Hauptstadt, die erste Station unserer Reise, liegt am Fluss Nairobi, einem Nebenfluss der Athi und auf einer durchschnittlichen Höhe von 1624 Meter. Nairobi ist eine recht junge Stadt, sie entstand während dem Bau der Uganda-Bahn 1896 aus einem Versorgungsdepot und Eisenbahnlager. Heute leben hier ca. 3 Mio. Menschen auf einer Fläche von 693 km².
Nairobi

13. Mai 2017 Nairobi – Ol Pejeta Concervancy

Früh aufstehen war angesagt, denn es lagen knapp 400 km vor uns. Nach einem dürftigen, nennen wir es beim Namen: saumäßigen Frühstück und dem wohl schlechtesten Kaffee ganz Kenias starteten wir überpünktlich um 7 Uhr in Richtung Meru. So ging es gut eine Stunde durch das erwachende Nairobi, um bei Thika den ersten kurzen Stopp einzulegen. Hier wartete ein Geocache darauf, gefunden zu werden.

Ein kurzer, abenteuerlicher und durch einen kleinen (kostenpflichtigen) Tierpark führender Pfad brachte uns zum Punkt X. Einmal rund um den Baum und das Döslein war entdeckt. Juhu! Das war schon mal der Länderpunkt für einmaedel&Zie26 und für uns wenigstens eine Dose an diesem Ort, an dem wir es vor 4 Jahren schon einmal mit einem Fund versucht hatten.

Thika Wasserfall

Naro Moru – Was dann folgte lässt sich kurz mit den Worten „Alles hat seinen Sinn“ zusammenfassen. An der hiesigen Tankstelle stellte die Lichtmaschine unseres Fahrzeugs ihre Arbeit ein. Für uns ergab sich somit die sofortige Gelegenheit des ersten Sonnenbrandes, da um die Mittagszeit Schatten ein wirklich rares Gut ist. Ganz nebenbei ließ sich auch noch eine Feldstudie in Sachen Kenianische Arbeitsweisen betreiben. Eine Grube, eine Abdeckung und ganz viel Ausdauer und Kreativität.

Zwangspause

Sonnenbaden ist zwar ganz nett, aber dazu waren wir ja nicht hergekommen. So wurde ein Ersatzfahrzeug samt Fahrer organisiert, der uns ins nahe gelegene Sweetwater-Camp überführte.

Zunächst für eine Nacht sollte dieses Camp unsere erste Schlafstätte werden. Wie sich noch herausstellen sollte, war dies eine gute Entscheidung.

Pirschfahrt 16 Uhr – Löwin, Büffel, Elefant, 10 Rhinos – darunter die letzten 3 ihrer Art (nördliches Breitmaulnashorn Sudan,Najin und Fatu)- Damit waren die Big Five fast komplett, nur ein Leopard fehlte noch. Noch …

Nach dem Abendessen herrschte die einhellige Meinung: „Ja, kann man durchaus öfter genießen.“ und damit ließ es sich auch gut einschlafen.

Südliches Breitmaul-Nashorn
Unterkunft: Sweetwaters Tented Camp

Unweit des Äquators liegt das Sweetwaters Tented Camp. Der Lageplatz wurde mit Bedacht gewählt. So hat man eine herrliche Aussicht auf die Savanne bis hin zum Mt. Kenya. Das Camp verfügt über 39 Zelte, welche rund um eine große Wasserstelle angeordnet sind.
Sweetwaters Tented Camp
Ol Pejeta Concervancy

Das Ol Pejeta Conservancy liegt auf dem Laikipia Plateau. Dieses ist privat geführt und liegt rund 20 km nordwestlich von Nanyuki zwischen den Aberdares und dem Mt. Kenya. Es gilt also Ostafrikas größtes Nashorn Schutzgebiet. Das Gebiet umspannt dabei eine Fläche von rund 350 km² Ein Teil des heutigen Schutzgebietes ist Sweetwaters, das früher im Besitz von Lord Delamere war, welcher zu den größten Farmern in der kolonialen Zeit zählte. Er war im Besitz der Ol Pejeta Ranch, das später zum Hotel umgebaut wurde. 1989 wurde es in ein privates Schutzgebiet umgewandelt und war für die Zucht von schwarzen Nashörnern geplant. 1993 wurde in Zusammenarbeit mit dem KWS (Kenya Wildlife Service) und dem Jane Goodall Institute zusätzlich ein eingezäuntes Schutzgebiet (45 ha) für Schimpansen geschaffen. Im Reservat tummeln sich neben den Nashörnern vor allem Giraffen, Zebras, Elefanten, Oryx und auch Löwen. Man findet im Reservat mit etwas Glück auch die seltenen Wildhunde.Ein weiteres Programm ist die Arterhaltung des nördlichen Breitmaulnashorn, von diesen leben nur noch drei Exemplare, ein Männchen und zwei Weibchen. Hier im Ol Pejeta Concervancy werden diese rund um die Uhr von schwerbewaffneten Rangern bewacht, um die Tiere vor Wilderer zu beschützen. Während dessen sind Forscher aus der ganzen Welt darum bemüht die Art weiterhin zu erhalten.
Ol Pejeta Concervancy

14. Mai 2017 Ol Pejeta Concervancy – Meru Nationalpark

Zur Frühpirsch gab es dann gleich mal einen Leoparden zu sehen. Nicht nur, dass damit die Big Five komplett waren und das gleich im ersten Park. Nein. Mit einmaedel&Zie26 schien das „Seltene-Tiere-Beobachtungs-Glück“ mitgereist zu sein, denn es sollte nicht die letzte Big-Five-Sichtung sein.

Afrikanischer Leopard (Panthera pardus pardus)

Was folgte, war eine lange Fahrt in den Meru NP. Dort warteten reichlich Schlammlöcher, Wasserdurchfahrten und andere Unwegbarkeiten auf uns. Dies machte den Wechsel auf einen Camp-Jeep erforderlich, mit dem es immer „einfach durch“ ging.

Auf uns wartete ein sehr exklusives Camp, in dem „Italian Food“ angesagt war. Furchtbar lecker, das war schon nach der ersten Mahlzeit klar und in der Kombination mit den äußeren Gegebenheiten einfach nur „dekadent“.

Hier ließ es sich aushalten und so wurde der Rest des Tages zum Relaxen genutzt.

Murera Gate – Meru Nationalpark
Unterkunft: Rhino River Camp

Das Rhino River Camp liegt an der westlichen Grenze des Meru Nationalpark, am Ufer des Flusses Kindani. Es besteht aus acht Luxuszelten, welche sich, durch die Verarbeitung lokaler Materialien, gut in die Umgebung einpassen. Alle Zelte verfügen über eine private Terrasse mit Blick auf den Fluss.
Rhino River Camp
Park: Meru Nationalpark
Baobab im Meru Nationalpark

15. Mai 2017 Meru National Park

Ein ganzer Tag im Park bedeutet eben auch, dass neben reichlich Tierbeobachtungen auch die Mahlzeiten unter freiem Himmel stattfinden. Beide Tätigkeiten haben natürlich ihr gewisses Etwas.

Massai-Löwe (Panthera leo massaicus)

Zum einen konnten wir (zum wiederholten mal…) die Big Five sehen und bildlich festhalten und zum anderen waren sowohl das Frühstück auf einer Kopje als auch das Mittagessen am Hippo-Pool in gewisser Hinsicht, um es wieder in bekannte Worte zu fassen, dekadent.

Sicherheits-Check auf der Frühstücks-Kopje
Unterkunft: Rhino River Camp

Meru Nationalpark

Der Meru Nationalpark wird von mehreren Flüssen durchzogen und ist landschaftlich sehr reizvoll und vielfältig. Wald am Fuße der Nyambeni Hills, weit offene Savanne durch die sich Flüsse schlängeln, Doum Palmen nahe den Flussufern, all das gibt dem Park seine persönliche Note. Das Meru Schutzgebiet ist reich an Tierleben und so findet man dort folgende Arten: Elefanten, Geparden, Löwen, Leoparden, Zebras, Nashörner, Gazellen, Oryx, verschiedene Antilopenarten wie Dik Diks, Kudu und noch viele mehr. Unter anderem gibt es hier eine der größten Büffelherden in Kenia. In den Flüssen tummeln sich Krokodille und Flusspferde. Mehr als 300 verschiedene Vogelarten wurden im Park registriert. Aufgrund der Vegetation ist die Tierbeobachtung nicht so einfach wie beispielsweise in Samburu. Da es nur wenige Unterkünfte gibt, findet man auch nur wenige Touristen. Dies verleiht dem Park zusätzlichen Flair, da man hier ein sehr intensives Naturerlebnis hat. Bekanntheit erlangte der Meru Nationalpark auch, da George und Joy Adamson die Löwin Elsa in die Freiheit entließen. George Adamson zog die Löwin gemeinsam mit seiner Frau auf. Die Geschichte wurde später verfilmt und der Film "Frei geboren" erlangte internationale Bekanntheit.

 


16. Mai 2017 Meru Nationalpark – Ol Pejeta Concervancy

„Zurück nach Sweetwaters“ war heute das Motto und das mit dem „water“ hatte der für’s Wetter Verantwortliche auf jeden Fall wörtlich genommen. Er segnete uns damit reichlich von oben. Aber da war ja was mit Regenzeit…

Regenzeit

Es gab auch Zeit für einen Cache, nahe des Äquators und zum Lunch hatten wir das Camp erreicht. Die Pirschfahrt am Nachmittag sollte mit einem besonderen Zusammentreffen enden. Wir durften mit Sudan, dem letzten männlichen nördlichen Breitmaulnashorn Kontakt aufnehmen, wobei Kontakt hier wörtlich zu nehmen ist.

Sudan – das letzte männliche Nördliche Breitmaul-Nashorn (1973 – 19. März 2018)

Die Quittung für unseren Besuch konnten wir uns dann noch selbst in unsere Pässe stempeln – eben alles „offiziell“.

Das nebenbei stattfindende, kleine, runde Jubiläum wurde am Abend mit einer leckeren Flasche Wein beprostet, wobei beim Servieren der Flasche wohl wieder der Begriff „dekadent“ passend gewesen wäre.

Unterkunft: Sweetwaters Tented Camp
Camp auf dem Äquator
Sweetwaters Game Reserve
Äquator mit Blick zum Mt.Kenya 

17. Mai 2017 Ol Pejeta Concervancy – Lake Nakuru Nationalpark

Heute hieß es wieder: umsetzen und zwar zum Lake Nakuru. Eine überschaubare Strecke, so dass es nicht vor dem Aufstehen losging. Es war auch Zeit, um am Nyahuhuru Wasserfall eine Pause einzulegen. Weiter ging es am Great Rift Valley entlang bis hin zum Camp, das wir pünktlich zum Lunch erreichten.

Nyahuhuru Wasserfall

Die wohl interessanteste Sichtung, die wir alle an diesem Tag noch machen sollten, waren die „Haus-Paviane“, die ohne weiteres in der Lage waren, verschlossene Terassentüren zu öffnen, um sich mit den Habseligkeiten der Zimmerbewohner näher vertraut zu machen.

Pavian
Unterkunft: Lake Nakuru Lodge

Die Lake Nakuru Lodge, entstanden aus einem alten Farmhaus, liegt direkt am Ufer des Sees und bietet einen großartigen Blick auf den See mit seinen Millionen an Flamingos und Pelikanen und die umgebenden Berge.Die Lodge mit ihren kleinen Bandas, im landestypischen Stil, bietet Platz für ca. 120 Gäste.
Lake Nakuru Lodge
Lake Nakuru Nationalpark

Kaum 50 km nördlich von Naivasha liegt der Nakuru See. Hier ist auch die Provinzhauptstadt mit mehr als 130 000 Einwohnern. Der Nakurusee ist ein El-Dorado für Vögel. Der flache, abflusslose, sodahaltige See, 1755 m über dem Meeresspiegel gelegen, nimmt je nach Niederschlagsmenge eine Fläche von 25 bis 70 qkm ein. Früher war der See auch für die große Anzahl an Flamingos bekannt. Je nach Jahreszeit hielten sich bis zu 2 Millionen Flamingos am See auf. In den letzten Jahren sind große Teile der Flamingopopulation zu anderen Grabenbruchseen weitergezogen. Der Grund dafür sind saisonale Überschwemmungen des Sees gewesen. Die kann jedoch wieder wechseln. Zum Ausgleich findet man in diesen Zeiten große Schwärme von Pelikanen, welche oft in wunderbarer Formation über das Wasser gleiten. Das Areal beherbergt über 400 Vogelarten und 70 verschiedene Säugetierarten, unter anderem Löwen, Leoparden, Rothschildgiraffen, Wasserböcke, Gazellen, Zebras, Grüne Meerkatzen, Colobusaffen, Paviane und eine große Anzahl an Nashörnern.
Lake Nakuru

18. Mai 2017 Lake Nakuru Nationalpark

Zeitiges Aufstehen war heute angesagt, denn eine Frühpirsch stand auf dem Programm, bei der wir auch Gelegenheit hatten, am und mit dem Makalia Wasserfall ein paar Fotos zu machen. Außerdem kreuzte eine Gruppe Nashörner unseren Weg.

Makalia Wasserfall

In der Lodge erneuerten wir den hier befindlichen Cache, denn wer weiß, wann es den nächsten Geocacher hierher verschlägt.

Die Ausfahrt am Nachmittag gipfelte im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Cliff mit dem passenden Namen „Out of Africa“.

Viewpoint „Out of Africa“
Unterkunft: Lake Nakuru Lodge

Lake Nakuru Nationalpark
Morgenstimmung im Lake Nakuru Nationalpark

 

19. Mai 2017 Lake Nakuru Nationalpark – Lake Naivasha Nationalpark

Heute ging es von einem See zum anderen. Lake Naivasha hieß das Tagesziel. Dort wartete quasi schon ein Boot auf uns, welches uns dann übersetzen sollte auf Crescent Island. Auf dieser Halbinsel waren dann die eigenen Beine gefragt, um sich fortzubewegen. Ein etwa 1-stündiger Rundgang führte uns ziemlich nahe an so manches kleinere und größere Tier heran. In jedem Fall ein Erlebnis der etwas anderen Art.

Bootstour Lake Naivasha

Den Nachmittag nutzten wir dann zu einem gemütlich, fotografischen Spaziergang durch den Lodge eigenen Park, in dem Tiere jeder Art frei umher laufen und fliegen. Zu erwähnen wäre noch, dass wir direkt von unseren Balkons die grasenden Hippos beobachten konnten, die praktisch im Vorgarten der Nahrungsaufnahme nachgingen. Um es kurz zu machen: dekadent.

Unterkunft: Lake Naivasha Sopa Lodge

Die luxuriöse Lodge liegt inmitten einer großzügigen Gartenanlage am Rand des Sees und verfügt über 21 Bungalows (Rundhütten) mit je 4 Wohneinheiten. Im großzügig angelegten Hauptgebäude befindet sich neben der Rezeption eine vortreffliche Lobby mit Kamin, das Restaurant mit Bar, im Nebengebäude am wunderschön angelegten Swimmingpool (wegen Renovierung geschlossen) befindet sich ein gemütliches Cafe. In einem weiteren Nebengebäude befinden sich die Räume des Fitnesscenters und diverse Massagen. Eine Besonderheit dieser Lodge ist der große Tierbesuch in der Gartenanlage, so kann man Meerkatzen, Zebras, Busch- und Wasserböcke beobachten. Nachts kommen Flusspferden an Land und grasen auf dem Gelände der Lodge. 
Lake Naivasha Sopa Lodge
Lake Naivasha Nationalpark

Der Lake Naivasha ist im Great Rift Valley Kenias einer der wenigen Seen, die Wasser durch oberirdische Zuflüsse erhalten. Im Gegensatz zu den Natronseen Lake Nakuru, Lake Bogoria und Lake Elementaita handelt es sich um beim Lake Naivasha um einen Süßwassersee.

Fischreichtum und der große Wasserverbrauch landwirtschaftlicher Betriebe lassen die Seespiegel stark schwanken. Mitten im See befindet sich die Insel Crescent Island, die in Privatbesitz ist und als Wildlife Sanctuary den Besuchern neben Vogelbeobachtungen auch die Möglichkeit gibt, zwischen Zebras, Giraffen und Gnus spazieren zu gehen. Raubkatzen gibt es nicht.
Fischer am Lake Naivasha

20. Mai 2017 Lake Naivasha – Amboseli Nationalpark

Zeitiges Aufstehen war angesagt, denn es lag ein langer Weg nach Amboseli vor uns. Pausen müssen aber auch sein und so konnten wir bei einer solchen am Great Rift Valley zwei Caches in Angriff nehmen, wobei der Fund des einen gleichzusetzen war mit dem Erwerb von ein paar Souvenirs.

Great Rift Valley

Die Lodge erreichten wir pünktlich zum Lunch, doch leider hatte sich der Kilimanjaro in den Wolken versteckt, sodass wir auf den imposanten Ausblick bis zum nächsten Tag warten mussten.

Bei der Pirsch am Nachmittag gab es die ersten Geparden zu sehen, doch für ein lohnenswertes Foto waren unsere „Rohre“ nicht groß genug. Dafür gab es am Abend reichlich Sterne am Lagerfeuer zu beobachten.

Sonnenuntergang Amboseli Nationalpark
Unterkunft: Amboseli Sopa Lodge

Die Amboseli Sopa Lodge liegt in ca. 1.300 Meter ü.d.M. am Fuße des mächtigen Mount Kilimanjaro. Im Hauptgebäude befindet sich neben der Rezeption und Lobby das Restaurant und eine Bar, ein TV- und Videoraum für Vorträge und ein kleiner Souvenirshop. Die Lodge auf einem ca. 90 ha großen Gelände liegt unweit der Stelle, wo sich Ernest Hemingway zu seinem Buch „Schnee auf dem Kilimanjaro“ inspirieren lassen hat. Die Unterbringung erfolgt im typischen Stil errichteten Rundbungalow, alle Zimmer verfügen über DU/WC und eine kleine Veranda. In der großzügig angelegten Gartenanlage befindet sich auch der Swimmingpool mit einem fantastischen Blick zum Kilimanjaro.


Amboseli Nationalpark

Kein Hollywood-Studio könnte eine schönere Kulisse für eine Safari schaffen, als sie der Amboseli Nationalpark bietet: Während Elefanten, Zebras und Büffel in der flachen Savannenebene grasen, glänzt im Hintergrund die schneebedeckte Kuppe des mächtigen Kilimandscharo. Elefanten im Amboseli Nationalpark. Die Tiere finden vor allen in der Nähe der zahlreichen Seen und Sümpfe das ganze Jahr über ausreichend Nahrung. Hier wachsen Papyrus, in den trockenen Ebenen herrschen Dornbüsche und Akazienforste vor. Der Boden besteht aus feinem Vulkanstaub, der vom heute zu Tansania gehörenden Vulkanberg Kilimandscharo stammt. Dieser feine Staub bescherte dem Park seinen Namen, denn Amboseli ist das Maasaiwort für „Salziger Staub". Das Zentrum des Parks ist der Ort Ol Tukai, der während der Dreharbeiten des Films „Schnee am Kilimandscharo" entstand. Hier befinden sich die meisten Lodgen, und die großen Pisten treffen aufeinander. Man trifft hier auch auf eine vielfältige Fauna, besonders aber auf die große Elefantenherden, für die der Park berühmt ist (es sollen etwa 1.000 Dickhäuter sein). Darüber hinaus leben Büffel, Nashörner, Löwen, Leoparden, Geparden, Tüpfelhyänen Löffelhunde, Zibetkatzen und eine Vielzahl von Huftieren.
Afrikanische Elefant (Loxodonta africana)

21. Mai 2017 Amboseli Nationalpark

Wenn die Sonne langsam aufgeht und sich der Kilimanjaro dabei in seiner ganzen Größe und Pracht zeigt, dann ist das schon etwas Besonderes. Ein Anblick, der die Vorfreude auf die ganztägige Pirschfahrt noch etwas steigerte. Die nicht zu übersehende Trockenheit im Park brachte es leider mit sich, dass die sich zeigenden Tiere eher übersichtlicher Anzahl waren.

Steppenzebra (Equus quagga) im Amboseli NP

Am „Observation Hill“ war dann Lunch-Time und gleichzeitig die Gelegenheit, sich zweier Geocaches anzunehmen. Neben der Lunch-Box und der Cache-Box gab’s noch einen fantastischen Rundum-Blick und auch „der Helle“ zeigte sein weißes Dach.

Blick vom Observation Hill
Unterkunft: Amboseli Sopa Lodge
Blick von der Lodge zum Kilimanjaro
Park: Amboseli Nationalpark

 


22. Mai 2017 Amboseli Nationalpark – Tsavo/Lumo Concervancy

Tsavo sollte an diesem Tag das letzte Ziel unserer Reise werden und das dafür ausgewählte Camp samt seiner exponierten Lage, einhergehend mit den aufgetischten Speisen, kann nicht anders als mit dem Wort „dekadent“ betitelt werden.

Der Weg dorthin muss zumindest teilweise mit „abenteuerlich“ beschrieben werden, wobei es für die an uns quasi vorbeischwebenden Busse wohl eher „sanftes Gleiten“ war.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

Am Nachmittag stellte sich leichter Regen ein, der aber die Pirschfahrt im Lumo Concervancy und Taita Hill Sanctuary nicht minder interessant machte. Auch die mollig warmen Feueröfen sowie die kuscheligen Wärmflaschen für’s Bett sollen nicht unerwähnt bleiben.

Unterkunft: Lion´s Bluff Lodge

Im privat geführten Taita Hills Sanctuary liegt auf dem Gipfel des Mwashoti Berg die Lodge und bietet durch diese traumhafte Lage einen 360 Grad rundum Ausblick auf die Weiten des Parks,die Pare Mountains, Usambara Mountains, Taita Hills und an klaren Tagen auch auf den Kilimandscharo. Die Lodge verfügt über 12 Bandas (Rundhütten), abenteuerlich in den Berg gebaut. Jede Banda, rustikal und schön eingerichtet, hat sein eigenes Badezimmer und eine kleine Terrasse, wo man sich den ganzen Tag aufhalten könnte, weil die Aussicht einfach grandios ist.

Ferner verfügt die Lodge über mehrere Terrassen und ein sehr geräumiges Restaurant, welches nach allen Seiten offen ist, damit man jederzeit die Aussicht genießen kann. Zu Sonnenauf- und Sonnenuntergang ist der Blick über die Ebene zu den umliegenden Bergen einfach grandios.
Lion´s Bluff Lodge
Taita Hill Sanctuary/ Lumo Concervancy

Das Taita Hills Wildlife Sanctuary ist ein privates Wildschutzgebiet liegt am östlichen Rand des südlichen Tsavo West Nationalparks. So sind Tierbeobachtungsfahrten nicht nur im Wildschutzgebiet selbst, sondern auch Tsavo West Nationalpark möglich. Außerdem dürfen hier, anders als in staatlichen Nationalparks, nächtliche Pirschfahrten und Fußsafaris durchgeführt.
Das Taita Hills Wildlife Sanctuary ist etwa 110 qkm groß und Lebensraum für über 50 Säugetier- und 300 Vogelarten. Zu sehen sind Büffel, Elefanten, Leoparden, Löwen, Giraffen, Impalas, Wasserböcke, Thomsongazellen, Kudus und Dikdiks. Genau genommen liegt das Schutzgebiet aber nicht in den Taita Hills, sondern im flacheren Land östlich der Hügel. Im Süden des Taita Hills Wildlife Sanctuary schließt das Lumo Concervancy an, das im Westen an den südlichsten Teil des Tsavo West Nationalparks mit dem Lake Jipe grenzt.
Taita Hills Wildlife Sanctuary

23. Mai 2017 Tsavo Ost

Tsavo-Ost war der letzte Park, in den uns diese Safari führen sollte. Leider sorgte die unübersehbare Trockenheit dafür, dass wir kaum ein Tier zu sehen bekamen. Diese schienen alle in feuchtere Regionen abgewandert zu sein.

Waren wir bei der Kaffeepause in der Ashnil Aruba Lodge noch froh, ein schattiges Plätzchen zu bekommen, so waren wir beim Lunch dann durchaus dankbar für ein regenschützendes Dach über dem Kopf.

Highlight des Tages und ein würdiger Abschluss der Reise war der Sundowner im schwindenden Lichte eines grandiosen Sonnenunterganges zusammen mit einem perfekt ausgesuchten, delikaten Rotwein. Durchaus „dekadent“, aber einfach schön.

Unterkunft: Lion´s Bluff Lodge
Weg zur Lions Bluff Lodge
Tsavo Ost Nationalpark

Der Tsavo Ost Nationalpark hat eine Fläche von 13747 km2 und ist der größte Nationalpark in Kenia. Zusammen mit seinem etwas kleinerem Bruder dem Tsavo West Nationalpark erreichen sie eine Fläche 21 000 km2. Das ist etwa halb so groß wie die Niederlande. Die beiden Parks werden von der Bahn- und Straßenverbindung Mombasa - Nairobi in zwei Hälften geteilt, mit jeweils eigener Verwaltung und separaten Zugängen. Die Attraktion des Tsavo Ost sind seine "roten Elefanten", die aus der Entfernung wie wandernde, rote Felsen aussehen. Ihre Tarnung ist schnell entlarvt: Die Dickhäuter sprühen sich mit der eisenhaltigen, roten Erde ein, um sich vor der Sonne und Insekten zu schützen. Das intensive Rot des sandigen Bodens hinterlässt überall Spuren und bewirkt ungewöhnliche Bilder. Schwarzrot gestreifte Zebras, Löwen mit rotgoldener Mähne, und am Wegrand türmen sich gigantische rote Bauten auf, die Schlösser der Termiten.
Aruba Dam

24. Mai 2017 Tsavo/Lumo Concervancy – Nairobi

Die Rückfahrt nach Nairobi war zwar lang, dennoch gestaltete sie sich nicht unangenehm. Wir legten mehrere Pausen ein und wie es der Zufall wollte, lag das eine „Örtchen“ direkt neben einer Quelle, aus der „Tusker Cider“ in Form von Dosen floss. Da hieß es zuschlagen und alle Vorräte aufkaufen.

Lecker!

Mit Cider im Gepäck rollten wir dann mal fließender, mal stockender in Richtung Hauptstadt, wo wir im Pangani Hotel einen letzten Kaffee-Stopp einlegten.

Dann war es soweit, es hieß Abschied nehmen. Wir dankten unserem Guide Rufas herzlich und trennten uns aber mit den Worten „Auf Wiedersehen“.

Was dann folgte war Warten, denn bis zum Start gegen Mitternacht war es noch ein Weilchen hin.

Der letzte Sonnenuntergang unserer Reise

 


25. Mai 2017 Nairobi -Berlin

Mit einer kurzen „Internetversorgungspause“ in Amsterdam landeten wir pünktlich in Berlin und kurze Zeit später am sicher abgestellten Auto. Da das Frühstück im Flieger eher bescheiden war, gab es auf der Rückfahrt noch was Richtiges und einen Kaffee beim McD. Nicht so dekadent wie die letzten knapp zwei Wochen, aber auch lecker.

Ein gemeinsamer Kaffee daheim sollte dann die erlebnisreichen, wunderschönen Tage abschließen.

Galerie

Besuchte Geocaches

Blue Posts Hotel #2: Two Rivers Junction
Almost Equator Cache
Nakuru 01
Lake Elementaita Panorama
Great Rift Valley Eastern Escarpment
Great Rift Valley ViewPoint
Amboseli: Noomotio Observation Hill
Noomotio Multi